Verein "Nana - Recover your Smile e.V."

Shownotes

In dieser Podcast-Folge des Hospiz Podcasts „Sterbewelten“ erzählt Barbara Stäcker die bewegende Geschichte ihrer Tochter Nana, die bereits im jungen Alter von nur 21 Jahren an einer Krebserkrankung verstorben ist. Noch während ihrer Krankheit hat Nana die Vision für eine ganz besondere Initiative: Menschen mit einer Krebserkrankung durch professionelle Fotoshootings unvergessliche, schöne Momente und ein Stück Selbstbewusstsein zu schenken. In dieser Podcast-Folge spricht Stephanie Wossilus mit Barbara Stäcker über ihre Tochter Nana und den Verein „Nana – Recover your Smile e. V.“ und wie aus einem ersten Foto ein ganzer Verein entstanden ist.

Weitere Infos unter: http://www.chv.org https://www.chv-ibb.org/angebote/kultursensibilitaet/ausstellungen https://recoveryoursmile.org/

Transkript anzeigen

00:00:00: Herzlich willkommen zu Sterbewelten dem Hospiz-Podcast des Christopheres Hospizvereins in München.

00:00:06: Ja, wir starten eine neue Folge!

00:00:08: Ich bin Stefanie Wossilos und ich freue mich sehr, dass Sie wieder mit dabei sind.

00:00:27: In der letzten Folge hatten wir zwei junge Pflegekräfte zur Gast – Anka und Claire, die uns Einblicke in ihren Arbeitsalltag im Hospiz geschenkt haben.

00:00:36: Und heute knüpfen wir ein bisschen an dieses Thema an, denn wir richten den Blick weiterhin auf die junge Generation.

00:00:43: Mein Gast im Podcast ist heute Barbara Stecker vom Verein Recover Your Smile.

00:00:49: Sie erzählt uns die bewegende Geschichte ihrer Tochter Nana, die bereits im jungen Alter von nur einundzwanzig Jahren an Krebs verstorben ist.

00:00:57: Noch während ihrer Krankheit hatte Nana die Vision für eine ganz besondere Initiative – Menschen mit einer Krebserkrankung durch professionelle Fotoshootings, unvergessliche

00:01:09: schöne

00:01:09: Momente und ein Stück Selbstbewusstsein zu schenken!

00:01:14: In meinem Gespräch mit ihrer Mutter Barbara lernen wir nun gemeinsam Nana etwas besser kennen und erfahren, wie aus einem ersten Foto ein ganzer Verein entstanden ist.

00:01:25: Wir wollen vielleicht mal für alle beginnen die dich deine Geschichte, die Geschichte deiner Tochter nicht kennen.

00:01:31: Vielleicht magst du dich erstmal selber kurz vorstellen und uns erzählen wer deine Tochter, wer Nana war?

00:01:39: Ich bin Barbara Stecker aus München, glücklich verheiratet mit meiner Jugendliebe immer noch.

00:01:45: Wir haben zwei Kinder zusammen.

00:01:48: Leider lebt meine Tochter Nana nicht mehr.

00:01:51: Sie ist im Jahr zwölf verstorben an einer Knochenkrebserkrankung die bereits bei Diagnose-Stellung metastasiert war und damit keine Heilungschancen mehr

00:02:01: bot.".

00:02:04: Wie alt war Nana als ihr erfahren

00:02:06: habt, dass sie schwer krank ist?

00:02:08: Sie war zwanzig.

00:02:09: Also sie hat fünfzehn Monate mit ihrer Erkrankung gelebt.

00:02:13: Mit wirklich sehr schweren Therapieversuchen teilweise.

00:02:19: Extrem Chemotherapien die er sich wirklich schlecht vertragen hat.

00:02:23: aber das Ganze hat ihr trotzdem auch etwas Zeit beschert.

00:02:26: ein paar wunderschöne Sommermonate.

00:02:29: Wir konnten alle zusammen noch in Urlaub und sie konnte wirklich auch Zeit genießen, die für Sie noch da war.

00:02:37: Das war sehr wertvoll.

00:02:38: Erzähl uns mal ... Nana ist ja nicht nur Ihre Erkrankung.

00:02:41: Was war sie für ein Mensch?

00:02:44: Ich sag mal einen nicht ganz unschwierigen Kleinkind durchaus zickig und streitfreudig mit ihrem älteren Bruder.

00:02:53: Türenschmeißend kreischend, das gab es alles.

00:02:56: Aber dann ... kam eine ganz erstaunliche Zeit, nämlich die Pubertät.

00:03:01: Und da war nichts ... Ach nein!

00:03:03: Da war nix.

00:03:04: Wir waren immer so gut miteinander, hatten so viel Freude, miteinander was zu unternehmen und Ausflüge zu machen.

00:03:11: Sie half im Haushalt.

00:03:13: Und wir hatten wirklich ganz viele intensive philosophische Gespräche.

00:03:17: Das war toll.

00:03:19: Und we haben oft selber beide darüber geredet und gesagt Warum ist es hier so anders?

00:03:26: streiten wir nicht.

00:03:28: Und sie sagte selber, meine Freundinnen beneiden mich immer so sehr wenn ich erzähle wie das bei uns ist und wenn ich dann gesagt habe es ist aber auch ungewöhnlich in dem Alter streitet man normalerweise mit der Mama das ist doch nicht so und sie hat oft einen erstaunlichen Satz gesagt Das ist doch alles dann Zeitverschwindung.

00:03:47: Es ist doch verloren eine gute Zeit, die man ganz anders nutzen könnte und im Nachhinein hat das natürlich für mich einen ganz neuen Sinn ergeben.

00:03:57: Hat es eine ganz andere Bedeutung?

00:03:58: Ja.

00:03:59: Als ob

00:03:59: man vielleicht doch ahnen könnte dass die eigene Zeit kurz sein wird.

00:04:04: Ja und auch spannend, dass man ja erst dann im Rückblick manche Dinge versteht,

00:04:07: die

00:04:07: passieren.

00:04:09: Gut, dann denke ich Nanna hat ihre Schule gemacht.

00:04:11: was hatte sie denn für Pläne?

00:04:13: Sie hat ihr Abi gemacht, wusste dann erst nicht so ganz was sie machen soll.

00:04:17: Ob sie eine Ausbildung macht oder studiert?

00:04:20: Hat sich aber kurz vor Diagnose Stellung dafür entschieden Lehrerin zu werden, Lehramt zu studieren war angemeldet, hat aber keine einzige Vorlesung erleben können.

00:04:32: Das war tatsächlich Ihr Wunsch gewesen mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

00:04:38: Wie ging denn das Ganze los?

00:04:41: Wer hat als erstes bemerkt, dass was nicht stimmt.

00:04:43: Was ist selber, was tust du?

00:04:44: Man muss dazusagen, du hast ja auch einen medizinischen Background.

00:04:48: Ja ich bin medizinische Fachangestellte in einer hausärztlich internistischen Praxis und es fing bei ihr an mit Rückenschmerzen.

00:04:58: Das ist jetzt erstmal etwas, was nicht so selten ist vor allem ... auch mal bei einem jungen Menschen, der es nicht so sehr mit Sport oder Bewegung hat.

00:05:09: Das versucht man damals, mach mal ein bisschen Gymnastik.

00:05:14: dann war sie natürlich auch mal ich hab das meinem Chef erzählt die Schmerzen wurden stärker gesagt ja soll sie meine Ibuprofen nehmen oder sowas schmerzmittel und sich dann möglichst bewegen.

00:05:26: und dann sehen wir weiter.

00:05:28: Es wurde nicht besser sondern schlimmer.

00:05:31: Und über unsere Praxiskontakte hat sie dann relativ schnell, Gott sei Dank einen Termin für ein MRT bekommen können.

00:05:39: Da gab es die entsetzliche Botschafter ist ein Wirbelkörper gebrochen?

00:05:45: und wenn natürlich ein junger Mensch gebrochene Wirbel-Körper hat ohne dass es einen Sturz gab oder irgendwas Dann ist einem doch relativ schnell klar das ist irgendwas ganz Doofes.

00:05:57: War dir das so schnell klar, als du es gehört hast?

00:05:59: Dass

00:05:59: das nicht gut ist war sofort klar.

00:06:02: Aber dass das so was Traumatisches ist ... Den Gedanken will man erst auch gar nicht zulassen.

00:06:08: Natürlich.

00:06:09: Aber natürlich ging's dann auch schnell.

00:06:11: Die Schmerzen haben sich sehr schnell verschlimmert und es gab eine Krankenhauseinweisung mit weiterer Bildgebung.

00:06:20: Und dann kam relativ schnell die Diagnose.

00:06:23: Das ist bereits eine ... Metastase, die so gewachsen ist in der Wirbelsäule.

00:06:29: Dass sie diesen Bruch verursacht hat und es ist ein Ewing-Sakom.

00:06:35: Das ist eine sehr seltene Knochenkrebserkrankung.

00:06:39: Wie viel Zeit ist vergangen von dem ersten Arztbesuch bis ihr wusstet dass das diese Erkrankungen ist?

00:06:47: Was waren das?

00:06:48: zwei drei Wochen glaube ich vielleicht also im Grunde relativ schnell wenn man mit dieser Erkankung oft andere Geschichten liest Weil das ist sehr häufig bei Kindern und Jugendlichen, vorwiegend Jungs auch.

00:07:01: Aus oft so mit Knieschmerzen oder sowas Sportverletzungen solche Dinge manchmal lange dauert bis es erkannt wird oder in Zufalls befunden dann ist.

00:07:11: Wie hast du sie in diesen drei Wochen erlebt?

00:07:14: Also es ist ja wirklich ein wahnsinniger Einschnitt für einen jungen Menschen.

00:07:18: Man denkt als junger Mensch an vieles aber nicht an eine lebensbedrohliche Erkrankung.

00:07:25: Ja, das sind natürlich.

00:07:26: unbedingt wissen wollte was da jetzt los ist warum sie so schmerzen hat aber ich glaube dass sich selber auch absolut nicht geahnt oder gedacht hat dass es sowas dramatisches sein könnte.

00:07:38: und wie ging's dir?

00:07:39: also?

00:07:39: ich meine wie gesagt

00:07:40: jetzt

00:07:40: bist du ja einerseits mama und andererseits bist Du ja auch medizinisch vorgebildet.

00:07:45: Wie gingst ihr

00:07:47: in diesem moment?

00:07:48: Also als im krankenausbau war Ich auch wirklich immer dabei den ganzen tag bei ihr.

00:07:54: Das Nervige war, dass erst mal viele Untersuchungen stattgefunden haben, die nichts erbracht haben.

00:07:59: Es wurde versucht eine Biopsy aus dem Wirbelkörper zu nehmen.

00:08:04: Da hieß es, das dauert und muss aufbreitet werden.

00:08:07: Nach über einer Woche war immer noch kein Befund da.

00:08:10: Das Material hat nicht ausgereicht.

00:08:12: Also diese Rückschläge in der Befundfindung dann nochmal ein CT, dann hatte man was gesehen ... In der Bildgebung am Oberschenkel, dann hieß es, das müssen wir operieren.

00:08:27: Das ist auch nicht gut gelungen irgendwie?

00:08:29: Es waren so ein paar blöde Dinge, das zog sich alles so und das geht unheimlich an die Nerven.

00:08:36: Ja

00:08:36: vor allem wenn's das eigene Kind ist ja noch mal eine ganz andere Hausnummer.

00:08:41: Absolut!

00:08:42: Ist dann klar war dass es so eine schwerwiegende Erkrankung war.

00:08:45: Dann wird er wahrscheinlich im Plan erstellt.

00:08:47: wie geht man jetzt an die Therapie ran?

00:08:50: Wie hast du Nanna da erlebt?

00:08:52: War sie zuversichtlich, war sie kämpferisch.

00:08:55: Ja absolut!

00:08:56: Das war natürlich ein Riesen-Schock diese Diagnose das erst mal zu hören.

00:09:00: und wie bei vielen Frauen ich inzwischen weiß ist die erste Frage gar nicht mal muss ich sterben sondern werde ich meine Haare verlieren.

00:09:10: Das verbindet mein Automat hier.

00:09:11: wenn

00:09:12: man ganz junges frisch verliebt lange schwarz gefärbte gepflegte haare hat der ganze stolz dass es ein drama.

00:09:20: Aber sie war wirklich zuversichtlich erst mal.

00:09:26: Also es war ihr ganz klar, Sie will das überstehen.

00:09:28: Sie muss da jetzt durch.

00:09:30: Diese Therapie muss sein und sie will gesund werden weil sie hat ja noch so viel vor in ihrem Leben.

00:09:36: Ja klar mit zwanzig.

00:09:37: Da hat man noch viele Pläne und du hattest gesagt frisch verliebt?

00:09:40: Das

00:09:40: ist auch eine Phase wo's eigentlich in den Aufbruch

00:09:42: geht.

00:09:44: Das Studium sollte beginnen.

00:09:46: Die große Liebe war da, der Gedanke dann vielleicht doch mal ein paar Jahre an Kinder zu haben.

00:09:50: also da gab es durchaus viele Pläne.

00:09:54: Jetzt kam ja der Zeitpunkt wo die Haare dann einfach ausgefallen sind durch die Chemotherapie.

00:09:58: wie war

00:09:58: das

00:09:59: dramatisch?

00:10:00: Also das was wirklich als die Haaren dann büchelweise ausfielen und wir sie dann halt auch abgeschnitten haben... Ganz großes Drama.

00:10:11: Zumal wirklich diese allerersten Chemotherapien so intensiv waren, sie musste da auch einmal stationär bleiben.

00:10:21: Hat immer Fieber gekriegt wenn sie dann wieder daheim war.

00:10:23: also die Gefahr einer Sepsis War ganz groß.

00:10:27: jedes mal wieder ins Krankenhaus Sie sah auch im Gesicht entsprechend aus hat in ganz kurzer Zeit zehn Kilo abgenommen.

00:10:36: Und wenn man sich dann sehr ins Spiel anschaut, grau eingefallen Augenringe keine Haare.

00:10:42: Also das ist ein Drama

00:10:44: vor allem ich glaube noch mal also es ist für jeden Menschen ein Drama.

00:10:47: aber ein junger Mensch mit Anfang zwanzig der ja so in der Blüte auch steht seines Lebens ist es natürlich nochmal und man definiert sich ja oft auch noch in ganz jungen Jahren sehr

00:10:55: natürlich.

00:10:57: da ist es Natürlich noch Mal ein ganz anderes Drama.

00:10:59: nichtsdestotrotz Ja, sie hat ja was gemacht aus dieser Zeit.

00:11:05: Da ist auch noch viel entstanden draus, da spreche ich mal noch drüber.

00:11:09: Sie hat gern fotografiert oder hat sich gern fotografieren lassen?

00:11:14: Wie waren so die

00:11:15: ... Anfangs war das gar nicht so und in der Zeit dieser Chemotherapien-Talosigkeit durften wir auch nicht einmal mit dem Handy ein Foto machen also gar nichts.

00:11:23: Das war

00:11:23: völlig

00:11:24: verboten.

00:11:25: Die sofort gelöscht war nicht erlaubt.

00:11:28: aber als diese ganz krassen Kimus dann durchfahren, die Haare wieder langsam nachwuchsen.

00:11:34: Da hat sie irgendwann sich einfach mal wieder geschminkt.

00:11:38: Also war ich selber ganz überrascht, hatte sich im Internet eine verrückte schwarz-rote Perücke bestellt und so stand sie auf einmal da und das war die Initialzündung.

00:11:48: Ich hab gesagt lass uns doch mal ein paar Fotos machen haben wir gemacht.

00:11:51: und sie war auch ganz mutig und er gesagt kommen jetzt mach mal eins mit Klatze.

00:11:57: Das ist dieses Bild, das viele kennen.

00:11:59: Wo sie in den Spiel schaut?

00:12:01: Sehr skeptisch!

00:12:04: wie sie sich selber findet.

00:12:05: Aber sie hat tatsächlich so viel Mut gehabt, das auf ihrer Facebook-Seite zu zeigen dieses Bild.

00:12:12: Das ist ein wahnsinnig ausdruckstarkes

00:12:14: Bild, wie

00:12:14: ich finde.

00:12:15: also ihr Blick und diese Perspektive ist natürlich auch interessant.

00:12:19: Wer hat das Foto gemacht?

00:12:20: Ich!

00:12:21: Also zu Anfang haben wir beide nur fotografiert.

00:12:24: Ich glaube es war ja auch ganz wichtig... Es musste dieses Vertrauen da sein.

00:12:29: Da fotografiert mich jemand der mich niemals blöd darstellen würde oder irgend sowas, sondern immer das optimale an Schönheit und dann Wirkung rausfohlen will.

00:12:40: Also diese

00:12:40: Sicherheit einfach?

00:12:41: Ganz genau!

00:12:42: Ja vielleicht kennen das ja viele der Zuhörerinnen und Zuhörer so fotografiert zu werden Dann guckt man ja schon kritisch auf die anderen Bilder Und wenn es irgendwie nicht ist, dann will man das nicht sehen.

00:12:51: nochmals was anderes wahrscheinlich Wenn man sagt eigentlich habe ich ein anderes Bild von mir mich aussehe Sie konnte da auch noch etwas Schönes erkennen, obwohl der Körper so gezeichnet war.

00:13:07: Es kam dann die Lust am Verwandeln.

00:13:10: Sie hat Belübbarücken bestellt in allen möglichen Farben.

00:13:14: Ob das Pink oder Dunkelrot oder Schwarz oder sonst was war.

00:13:17: Hat ihre Fotosessions regelrecht geplant?

00:13:22: Das haben wir beide dann gemacht.

00:13:23: Es war immer so eine echte Auszeit, irgendwie sowas.

00:13:27: Sie hat das Styling alles durchgeplant hergerichtet Wir hatten unseren Tag gemeinsam und sehr die Fotos meistens dann wenn wieder Krankenhausaufenthalt anstand mitgenommen Und hat sie dann einfach auf ihrem Laptop mit ganz einfachem Programm selber ein bisschen bearbeitet und sich damit rumgespielt und es war ihre Ablenkung dann in so einem Krankenhauszimmer oder Bett.

00:13:51: Ja, klar!

00:13:52: Also ein bisschen was Schönes auch reinzubringen in diese Zimmer.

00:13:57: Also sie hatte dann einige ... Ich weiß nicht wie viel Chemus hat sie?

00:14:00: Wie viele Zyklen hat sie durchmachen

00:14:02: müssen?

00:14:02: Also zuerst waren es sechs die zweiten acht waren dann ein bisschen besser verträglich.

00:14:09: Gab es auch diesen Moment wo man irgendwie Hoffnung geschöpft hat und gesagt hat hey da tut sich was das wird besser da geht's bergauf.

00:14:17: Ja, natürlich.

00:14:18: Die Option Hoffnung ist ja immer was ganz wichtiges, ganz essentiell, egal wie schrecklich oder beängstigend die Prognosen sein mögen.

00:14:30: Sie wollte sich damit mit Prognose gar nicht so sehr beschäftigen.

00:14:33: Sie hat gesagt mir geht es doch gut und ich kann so viel machen.

00:14:37: Und das, was ich an Therapie machen soll, ziehe ich weiter durch und dann wird das schon.

00:14:43: Ja, sie war schon zuversichtlich auch.

00:14:45: Wir alle auch, wenn man das so erlebt wie sie trotzdem auflebt und ihr Leben auch vielfach wieder genießen konnte.

00:14:53: Und irgendwie scheinbar auch Pläne

00:14:55: natürlich

00:14:55: schmieden konnte.

00:14:56: Konnte

00:14:57: wieder mal mit ihrem Freund weggehen abends solche Dinge und diese Photosessions.

00:15:01: da war so viel Kraft und Lebensfreude drin dass man eigentlich denkt ja wenn nicht die wer dann?

00:15:07: die muss es doch schaffen.

00:15:09: Ja und jetzt gibt's ja auch die Fälle wo es keiner geglaubt hat und Menschen trotzdem ihre sehr schwere Krankheit überleben.

00:15:18: Aber faktisch

00:15:18: wissen wir's nicht, ja?

00:15:19: So ist bei keinem der heute eine Diagnose kriegt wie das ausgeht.

00:15:23: Deswegen machen er diese Prognosen auch nur bedingt sind

00:15:25: weil... Ganz genau!

00:15:26: Es

00:15:26: kann ja in alle Richtungen gehen

00:15:28: Und die Hoffnung ist so unglaublich wichtig

00:15:30: Auf jeden Fall.

00:15:31: Also ich denke ja nicht nur für sie sondern für euch als Familie, Erinnerer Da hängen noch viele Menschen mit dran.

00:15:38: Man kam dann der Punkt, wo es gekippt ist.

00:15:42: Jetzt wird's wirklich

00:15:43: schwer.

00:15:44: Das ging schon in den Herbst hinein.

00:15:47: Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass sie im Spätsumme ihr komplettes Zimmer aus- und umgeräumt hat und ganz viele Dinge weggeworfen hat.

00:15:56: Ihre alten Tagebücher, solche Dinge ... Um Weihnachten rum hat sie dann auch so ein bisschen durchgeräumt in ihren Nachrichten.

00:16:05: Sie war ja da sehr aktiv, in ihren sozialen Netzwerken.

00:16:09: Hat vieles gelöscht, hab ich festgestellt.

00:16:13: Also Weihnachten ging's ihr schon sehr schlecht?

00:16:15: Ich glaube wir haben alle geahnt dass es das letzte Weihnachten ist aber dass die Zeit so kurz sein wird... Das war uns glaub ich nicht klar.

00:16:25: Da gab es noch mal einen Krankenhausaufenthalt, weil sie wieder Fieber hatte.

00:16:29: Weil sie sehr schlecht ging und da hat sie dann an sie Wester selber entschieden, sie will nichts mehr machen.

00:16:35: Man bot ihr wieder irgendwelche Chemotherapien mit Hypothermie und allen möglichen an.

00:16:42: Und sie hat aber in dem Gespräch mit einer Freundin von uns, die selber Internistin ist beschlossen ich will heim wir machen nichts mehr.

00:16:52: Wie war das für dich zu hören?

00:16:55: dass sie jetzt für sich entscheidet.

00:16:57: Hier ist zumindest behandlungsmäßig ...

00:17:00: Ist schon mal gut, dass sie definitiv selber entschieden hat?

00:17:04: Ja, ich kann mit so was gut umgehen, wenn ich weiß, das ist wirklich der Wunsch und Wille eines Menschen dann unterstützig entsprechend.

00:17:13: Mein Mann ist erst mal sehr viel schwerer gefallen aber es war ganz klar Wir wussten ja, es wird nichts bringen.

00:17:20: Es ist eine Quälerei Schönbildlich gesagt, hier in so einem Krankenhausbett verrecken.

00:17:27: Das will ich nicht.

00:17:28: Nee, das

00:17:29: muss anders gehen.

00:17:31: Also der Weg nach Hause?

00:17:33: Wie seid ihr begleitet worden?

00:17:35: dann in der Zeit?

00:17:36: Erst mal war ich ... Obwohl ich ja selber lange schon im medizinischen Beruf bin, war mir völlig unklar, wie es funktionieren soll.

00:17:43: Ich hatte eine kleine Panik, muss ich echt sagen.

00:17:46: Wie sollen wir das zuhause denn schaffen?

00:17:50: Es war ein Pfleger auf der Station, der dann sagte, es gibt doch einen SAPV-Team.

00:17:55: Ich mach euch in Kontakt!

00:17:56: Okay... Ich wusste das bis dahin nicht, dass es so was gibt.

00:18:00: Ich wuste, daß es Suspice gibt und Paliativstationen gibt.

00:18:04: Die haben wir gemeinsam Nanna und ich auch noch angeschaut.

00:18:07: Und sie hat gesagt ja wenn zu Hause nicht klappt hier könnte ich's mir auch noch vorstellen aber Zuhause war wesentlich wichtiger.

00:18:14: Ja klar und so kam der Kontakt.

00:18:17: Und dann war ganz schnell im Gespräch klar, die wollten erst noch eine Schmerzeinstellung in der Klinik machen und Nanna gesagt, heim.

00:18:27: Und so wurde es dann auch ermöglicht und zwar

00:18:31: ganz großartig.

00:18:32: Dann kam das SAPV-Team also für alle, die es nicht wissen spezialisierte ambulante Paliativversorgung ermögligte eben dass zu Hause bleiben und

00:18:41: genau

00:18:43: über die seit ihr versorgt worden.

00:18:44: Ja, das war ein ganz großer Segen muss ich wirklich sagen, mit Schmerzpumpe dann.

00:18:49: Weil ihre Schmerzen ziemlich eskaliert sind und dadurch ... Dass sie selber das ein bisschen beeinflussen konnte war der Vorteil.

00:18:57: Sie wollte noch so vielen Menschen ihren Freunden schreiben, E-Mails schreiben etc.

00:19:02: Und Schmerzwreiheit hätte es nur gegeben um den Preis dass sie Dämmerich, Schläfrich gewesen wäre ich nicht mehr schreiben hätte können.

00:19:10: Aber sie konnte das ja selber mitbestimmen.

00:19:13: Also

00:19:13: Sie konnte selbst entscheiden was ist mir jetzt im Moment wichtig?

00:19:16: Genau

00:19:16: ganz genau.

00:19:18: Das natürlich etwas Schmerzen aushalten und die Kommunikation noch nutzen.

00:19:22: Ja dass natürlich viel wert wenn man da selbst bestimmt ist.

00:19:25: Ganz genau!

00:19:25: Das ist

00:19:25: ja das was wir uns alle erhoffen.

00:19:27: eine gewisse freunde Selbstbestimmung Wie hast du sie in den sagen wir mal letzten Tagen

00:19:32: erlebt?

00:19:35: sehr klar sehr selbstbestimmt.

00:19:39: Was unheimlich aufgefallen ist,

00:19:41: ihr Lachen

00:19:42: war anders.

00:19:43: Es klang völlig anders aber wir haben trotzdem noch versucht.

00:19:47: natürlich haben wir versucht.

00:19:48: sie hat immer gesagt jetzt bitte nicht alle mit solchen Gesichtern rum wenn es einen guten Witz gibt und wenn es ein schwarzer Humorwitz ist bitte raus damit.

00:19:57: ja das war ihr ganz wichtig und das haben wir auch tatsächlich versucht und ich glaube ganz gut eigentlich hingekriegt

00:20:07: Hat sie auch formuliert, was ihr wichtig ist wenn sie nicht mehr da ist für euch als Familie?

00:20:14: Ich habe mit ihr noch intensive Gespräche aber auch gesagt wir müssen jetzt ein paar Dinge klären die du willst.

00:20:20: Wir haben darüber gesprochen welchen Friedhof Sie sich wünscht Was Sie sich für Beerdigung wünschen ob es Musikwünsche gibt Ob's fürs Sterbebildchen Bilderwünschte gibt.

00:20:31: das hat sie klar geäußert Teile ihres Schmucks rausgesucht, Zettelchen dazu geschrieben.

00:20:39: Welche Freundinnen was bekommen sollen?

00:20:42: Also hat da ganz klar Wünsche und Nachlass für sich geregelt.

00:20:47: Ist doch auch mit einem ganz klaren Blick in diese letzte Phase.

00:20:53: Das war für uns wichtig, weil das erleichtert natürlich vieles wenn man einige Wünschen kennt.

00:20:59: Also es ist natürlich bewundernswert.

00:21:00: Ich glaube, das kann man natürlich nur äußern wenn man auch einen guten Rahmen in der Familie hat.

00:21:06: Wenn man so etwas äußert, ist das ja auch ein Schmerz für die, die zurückbleiben?

00:21:09: Das ist

00:21:10: eigentlich klar

00:21:11: und das setzt ein großes gutes Verhältnis voraus dass man offen sprechen kann.

00:21:18: also ich höre schon raus du und Lana ihr hattet da ein sehr enges verhältnis.

00:21:22: wie war's mit deinem Mann und dem Sohn?

00:21:26: Die haben alle andere Rollen gehabt in den ganzen.

00:21:29: Mein Mann hat ganz viel an den Tagen, wo ich lang arbeiten musste, haben die Abends-Autoausflüge immer gemacht mit lauten Musikhören zum Beispiel.

00:21:39: Das hatte bei den beiden den Namen Party machen.

00:21:42: Kommt aber wir machen Party heute ja.

00:21:44: Irgendwohin was schön ist bisschen Richtung Berge, laute Rockmusik hören solche Dinge und der Bruder eben auch ... andere Rollen in diesem Spiel will ich es nicht nennen, aber in diesen Situationen.

00:22:01: Um sie aufzuheitern und

00:22:02: abzulenken.".

00:22:04: Jetzt ist das so ... Ich denke irgendwann war der Punkt, wo euch klar war, irgendwann wird sie sterben?

00:22:10: Und trotzdem ist es ja noch mal ein heftiger Zeitpunkt, wenn's dann wirklich

00:22:14: soweit ist.

00:22:16: Was hatte Sie sich denn gewünscht für Ihre Beerdigung von dem, was

00:22:21: folgt?

00:22:25: Eigentlich hat sie gesagt, ein Pinkersack oder Lila-Sank wäre toll.

00:22:30: Aber schwarz glänzend wär

00:22:33: auch klasse!

00:22:34: Das

00:22:35: wurde es dann auch mit ganz vielen Blumen viel in pink mit Schmetterlingen.

00:22:42: die Musik auch dazu Rockmusik ja wie sie's wollte.

00:22:49: Wir grinsen alle nach wie vor immer ein bisschen bei der Erinnerung, dass meine vielen hochbetagten Tanten und Verwandten Jimmy Hendricks hören mussten.

00:23:01: Gut!

00:23:03: Das hat schon wieder so'n bisschen Nanahomor auf, ja?

00:23:06: Deswegen ist es auch schön, dass wir da heute drüber lachen können und uns amüsieren können.

00:23:13: Ich glaube, wir haben diese Beerdigung ziemlich so hingekriegt, wie sie sich's gewünscht hat

00:23:19: Weil ihr vorher

00:23:20: halt auch drüber gesprochen

00:23:21: habt.

00:23:22: Pink ist ja eine Farbe, die zieht sich jetzt weiter durch dein Leben und den Verein.

00:23:27: Die hast du geerbt!

00:23:27: Heute kamst du auch mit einer pinken Auto an, habe ich gesehen?

00:23:31: Und dann gibt es noch diesen Schmetterling.

00:23:33: Was hat's mit dem Schmetternling auf sich?

00:23:35: Also in der Zeit ihrer Erkrankung hat Nanna im Krankenhaus einige Schmettermingskarten gekauft.

00:23:41: Die gab's zu dieser Zeit dort... ...und hat mir einiges geschrieben mit ganz viel Text.

00:23:46: Das hatte sie auch gegugelt Das Schmetterlinge, teilweise ... das war so formuliert.

00:23:54: Die Tränen der anderen Schmetternlinge trinken und es ging ihr darum zu zeigen, warum wir beide so eng sind, dass wir uns immer gegenseitig trösten oder versuchen zu helfen.

00:24:05: Und die habe ich natürlich bis heute die Karte.

00:24:08: Es gab auch kleine Schmettermängenskärtchen, wo dann einfach nur drauf stand, danke, dass du immer für mich da bist in Liebe und sowas.

00:24:18: Das sind so... Also der Schmetterling wurde für Nanen zu einem ganz wichtigen Symbol.

00:24:25: Was ja durchaus bekannt ist, was auch Kübler Ross oft so geschildert hat.

00:24:31: Der Schmetternling, dieses Symbol der Verwandlung auch, der Schmätterling die Raupel des Schmetters

00:24:36: etc.,

00:24:37: dass das auch oft von Kindern tatsächlich sehr intensiv genutzt wird, den Schmettering-Symbol.

00:24:45: Bei ihr?

00:24:45: Ja,

00:24:47: ganz genau!

00:24:48: Was hat Nanna geglaubt, was kommt nach dem Tod?

00:24:50: Habt ihr darüber gesprochen.

00:24:52: Wir waren uns beide einig, dass es weitergeht.

00:24:55: Wir hatten lange bevor Nanna krank geworden ist sehr lustige Gespräche über das Thema weil wir uns gegenseitig versprochen haben wer zuerst gehen muss.

00:25:07: ich natürlich ja und zwar eigentlich klar dass ich vor ihr sterbe wenn man sich so etwas unterhält dass wir uns auf jeden Fall gegenseitig Zeichen schicken werden.

00:25:18: Und dann überlegt man natürlich was, wie könnte das sein?

00:25:23: Was hatten wir für einen Spaß oft?

00:25:25: Man weiß ja nicht so, was man fähig ist.

00:25:27: Genau!

00:25:28: Was

00:25:28: man so anstellen

00:25:29: kann ganz genau und es war sehr lustig.

00:25:32: aber es war ganz klar Wir werden uns definitiv wenn es weitergeht die eine oder anderen zeichenschicken

00:25:39: Hast du Zeichen bekommen?

00:25:40: Und was für mich?

00:25:42: Wie schön wirklich

00:25:44: Definitiv und auch solche, die absolut unerklärlich sind.

00:25:49: Toll!

00:25:51: Ist dann auch ein Geschenk, wenn man sagt, dass da irgendwo noch eine Verbindung ist?

00:25:54: Ich bin davon überzeugt, dass diese Verbindungen nicht abreißen.

00:25:59: Wir springen mal ein bisschen nach vorne.

00:26:01: Es ist ja aus dieser Geschichte, die ihr gemeinsam erlebt habt einen Verein entstanden.

00:26:08: Da will ich gleich nochmal näher drauf eingehen.

00:26:09: Aber war das schon voneinander ne Idee Dass da irgendwas entstehen soll oder kam dir das erst nach ihrem

00:26:15: Tod?

00:26:15: Also die Idee ist absolut von ihr.

00:26:18: Sie hat in Großhadern über Lebensmut, die Sandra Kader kennengelernt, Make-upartistin und die beiden haben sofort beschlossen wir machen sowas für Krebserkrankte.

00:26:29: Wir möchten dass in erster Linie natürlich Frauen in dieser Zeit geschminkt werden gestylt werden und Fotos bekommen um zu sehen wie schön man auch ohne Haare sein kann.

00:26:42: Nanna hat eine Facebook-Seite gegründet dafür.

00:26:45: Der Name Recover Your Smile war da, ist von ihr?

00:26:48: Sie

00:26:49: hat Flyer dafür gemacht.

00:26:50: die beiden haben es auf einer Krebskonferenz im Oktober zwanzig elf noch vorgestellt und Die Idee war also da der Schmetterling war da.

00:27:02: Also sie hat die

00:27:03: Seite war da losgelegt.

00:27:05: alles ja.

00:27:06: Und das was inzwischen das logo unseres Vereins ist das war auch ein Tattoo, dass sie für ihren Freund rausgesucht hatte.

00:27:14: Der gesagt hat ich möchte so gern etwas was du mir zusammenstellst oder du dir überlegst... ...mir tätowieren lassen und das war eben die Kombination aus Herz- und Schmetterling.

00:27:24: Es war naheliegend, dass es in der Logo werden musste.

00:27:28: Ja also man hört jetzt auch die Geschichte

00:27:29: raus!

00:27:30: Das heißt aufgrund dieser Erfahrung, die sie selber gemacht hat.

00:27:33: mit den Fotos wo ihr ja so langsam rangetastet habt ist es ja auch bewundernswert, dass Sie ihn diese schweren Erkrankungen wirklich noch gesagt haben.

00:27:40: Ich will da auch was machen, was andere Leute erfahren können.

00:27:45: Jetzt ist es ja ... ich weiß es nicht.

00:27:46: Ich hab ein Kind, das lebt Gott sei Dank noch, aber ich stell mir das als Mama extrem schwer vor sein eigenes Kind zu Grabe zu

00:27:52: tragen.".

00:27:53: Wie schnell konntest du denn dann diese Geschichte weiter aufbauen?

00:27:58: Den Verein hast du gesagt, so, dass ist das, was ihr wichtig war und da mach' ich jetzt nahtlos weiter oder...

00:28:06: Erstmal war die Idee tatsächlich ... zum Buch da über Nana, weil die Dorothea mit der ... Das ist die Schwester meines Chefs.

00:28:14: Die hat uns auch in der Zeit ein Interview mit Nana begleitet und hat alles ganz eng mitbekommen.

00:28:20: War nach Nanas Tod auch oft bei uns?

00:28:23: Wir saßen in der Küche, haben gemeinsam geheult, uns Fotos angeschaut, uns erinnert.

00:28:28: Und sie sagte auf einmal das ist doch verrückt!

00:28:30: Da ist so viel da diese unendlich vielen Fotos, diese Geschichte.

00:28:35: Lass uns doch versuchen einen Buch draus zu machen.

00:28:38: Und ich hab erst gesagt, wie soll das denn gehen?

00:28:42: Ich mach mal ein Exposé und schick das mal an.

00:28:45: Sie hat den paar Verlachskontakte ... Es wurde sofort angenommen, es hat funktioniert!

00:28:52: Ja, ist ja auch eine bewegende Geschichte.

00:28:54: Dann haben wir daran gearbeitet und haben gleichzeitig gesagt, wir müssen die Idee irgendwie auf sichere Beine stellen.

00:29:00: Wie machen wir das?

00:29:02: Ganz einfach, man gründet einen Verein.

00:29:04: Das geht in Deutschland verhältnismäßig einfach.

00:29:08: Ja, so ein paar Sachen.

00:29:09: Falsch ist

00:29:09: mir sicher!

00:29:12: Die Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen dass wir eben Spenden sammeln dürfen.

00:29:16: das hat auch erstaunlich schnell und gut funktioniert.

00:29:19: und da waren wir Und sind ab Sommer herbst paar Monate nach dem Tod gestartet mit unseren ersten Teilnehmern.

00:29:27: Wie sind denn die zu euch gekommen oder wie habt ihr sie gefunden?

00:29:30: Da war natürlich dann ab Herbst.

00:29:32: das Buch hat uns tatsächlich sehr geholfen, das Bekannter zu machen.

00:29:37: Das Teilnehmer zu uns kamen über die Kliniken natürlich in München.

00:29:42: Über das Buch ... Die Idee publik zu machen hat auch beim Spendensammeln geholft und es ging eigentlich ganz schnell.

00:29:51: Es lief alles immer von selber.

00:29:54: Da hatte irgendjemand so irgendwo

00:29:55: nicht geholften.

00:29:57: Es war an so vielen Punkten, wo wir Schwierigkeiten oder was gehackelt hat.

00:30:02: Wo es sich alle Sorgen in Luft aufgelöst haben.

00:30:06: Egal was, das lief immer!

00:30:10: Ihr habt ja dann Ehrenamtliche die sozusagen schminken und Fotos machen?

00:30:15: An welchen Locations macht ihr diese Bilder?

00:30:18: Wir haben jetzt wieder ein festes Fotostudio, in dem wir mit eingemietet sind.

00:30:23: Am Anfang waren wir in der Schminckschule ... waren teilweise auch mobil unterwegs in verschiedenen Locations, dann in einem großen Fotostudio in München-Aubing.

00:30:35: Da kam dann leider Corona dazwischen und das hat alles verändert.

00:30:40: Dann waren wir wieder mobil unterwegs mit unserem ganzen Fundusnivelle.

00:30:44: und jetzt sind wir seit fünf Jahren ja aber wieder fest in dem Fotostudeo und machen zwischendurch mal ein bis zweimal im Jahr einen Special-Event, zum Beispiel in der alten Gärtnerei.

00:30:54: In einem schönen Hochzeitslocation oder wir waren schon ein paar Mal bei Swarovski in den Kristallwelten.

00:31:02: also

00:31:02: solche Dinge versuchen wir immer dann als besonderes Zuckerl auch noch einmal anzubieten.

00:31:08: wenn du dich so an die ersten Fotoshootings erinnerst Wie ging's dir damit?

00:31:14: Einerseits eine Freude, dass diese Idee weitergeht.

00:31:17: Aber du siehst viele Menschen kommen, die schwer erkrankt sind ... Damit muss man ja auch irgendwie umgehen können,

00:31:25: v.a.,

00:31:26: wenn es einen an die eigene Tochter erinnert.

00:31:28: Wie war das für dich am Anfang?

00:31:30: Also, damit umzugehen, das ging eigentlich immer sehr gut.

00:31:34: Da hat mir sicher meinen Beruf geräuft, in dem ich über viele Jahrzehnte vieles erlebt habe Und ich kann ganz klar sagen, das ist mein Schicksal und das ist Deins.

00:31:46: Ich kann mir das mit viel Empathie anhören.

00:31:49: Das ist auch wichtig aber ich mache mir dieses andere Schicksale nicht zu meinem.

00:31:55: Ich hab genug Ereignis.

00:31:56: Ja, das

00:31:56: denk ich auch!

00:31:57: Na gut aber man muss es ja auch... Das muss man für sich klar machen.

00:32:01: Und ansonsten war das immer ist es bis heute oft unheimlich bewegend das mitzuerleben diese Freude, dass die Veränderungen beim Menschen nur an einem Nachmittag und ich sag immer ich kann eigentlich nichts mehr für Nana tun und auf diese Weise habe ich das Gefühl ich kann doch was für sie tun weil ich ihre Idee weiter führe Und das macht so schön.

00:32:26: Die Menschen, die kommen ... Wo befinden sie sich?

00:32:29: Sind die zum Teil noch in Therapie?

00:32:32: Habt ihr da ... Kann jeder kommen wie sucht ... Müsst ihr Leute inzwischen aussuchen oder kann jeder, der anfragt auch an einem Shooting-Teil nehmen?

00:32:41: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:32:42: Wir versuchen möglichst ... jede Anfrage auch unterzubringen.

00:32:46: Man darf natürlich nicht vergessen, dass bei uns immer wieder jemand absorgen muss, weil es nicht klappt oder weil auch jemand verstirbt oder so, dass man wieder jemand nachrücken kann.

00:32:56: Bis jetzt haben wir's noch ganz gut hingekriegt und das möglichst alle kommen können.

00:33:01: Bei manchen ist es mitten in der Therapie also im kompletten Haarausfall mit Klatze.

00:33:08: Manche haben aber erst ein bisschen später die Kraft, das zu machen.

00:33:14: Wir nehmen niemanden, wo das unendliche Jahre her ist der sozusagen sich wieder in seinem normalen Lebensrhythmus befindet.

00:33:22: Aber unser Kriterium heißt einfach immer wenn jemand krebsbedingt äußerliche Veränderungen hat, sei es Klatzes sind es Narben durch Operationen durch Bestrahlungen die diesen Menschen äußerlich einschränkt, wo das Selbstbild gestört ist.

00:33:41: Die Selbstliebe gestört sind, die dürfen gerne zu uns kommen.

00:33:46: Was fasziniert dich so an diesem Prozess?

00:33:49: Der Mensch kommt und am Schluss ist ein Bild da.

00:33:51: Was macht es so besonders?

00:33:54: Das ist tatsächlich schwer zu erklären, aber alle aus unserem Team kennen diese Magie.

00:34:00: Wir haben jetzt immer vier Teilnehmer.

00:34:02: Wenn vier Menschen meistens sind ja Frauen reinkommen oftmals merkt man die schwere Zeit der Erkrankung und die Belastungen, die sorgen sehr stark an.

00:34:12: Oft zieht man es in den Gesichtern Und dann kann eine echte Verwandlung passieren.

00:34:16: an diesem Nachmittag und abends gehen dann vier Frauen die uns alle umarmen, die lachen.

00:34:24: Die sich freuen und sagen, wo gehen wir jetzt noch hin?

00:34:26: Was machen wir noch?

00:34:27: Und ich traue mich wieder mehr zu schminken.

00:34:31: Am bewegensten sind natürlich immer die Momente, wenn jemand sagt, jetzt trau' ich mich ohne Mütze und ohne Perücke zugehen.

00:34:39: Da haben wir oft Erlebnisse, die wirklich völlige Gänsehaut machen.

00:34:43: Das glaube ich, das geht bestimmt tief!

00:34:46: Die sehen die Fotos dann gleich.

00:34:48: Und die

00:34:48: sehen die Photos immer natürlich auf dem Kamera-Display dürfen, auch dann mitreden.

00:34:52: Die Fotografen wollen ja auch ... dass jemand sagt das gefällt mir gut der Ausdruck.

00:34:57: vielleicht können wir noch ein paar mehr in der Richtung machen.

00:34:59: Das ist sehr was Gemeinsames was man sich erarbeitet.

00:35:04: Jetzt hattest du geschildert als du das Fotoshooting mit Nana gemacht hast da war ja dieser sichere Raum ganz wichtig.

00:35:10: Ist es etwas was euch auch wichtig

00:35:12: ist?

00:35:13: Ja Also wir haben von Anfang an gesagt, bei uns gibt es nur das Du in dieser Arbeit.

00:35:19: Es ist ein geschützter Raum.

00:35:22: Das Team stellt sich erst mal vor damit die alle erstmal sehen wie sind die?

00:35:27: Die lachen ja gerne!

00:35:28: Die haben ja Humor.

00:35:29: Die sehen nicht alle...die Make-up Artists sehen nicht aus wie Topmodels.

00:35:33: Diese sind alles ganz normale Frauen und das geht eigentlich recht schnell dass da eine gelöste Stimmung und so eine Vertrauensbasis kommt.

00:35:44: Wie läuft das dann weiter?

00:35:45: Gibt es Abzüge von den Bildern, die sie zugeschickt bekommen?

00:35:48: oder wie seid ihr noch nach dem Fotoshooting in Kontakt.

00:35:52: Also die gesamte Serie der Fotos, die entstehen werden online zugeschickt.

00:35:56: Die gehören der Teilnehmerinnen alle.

00:35:59: Die haben eine leichte ganz kleine Vorbearbeitungssinn.

00:36:02: also schon ich sag mal ein bisschen besser als Handyfotos.

00:36:08: davon darf jeder sich vier Stück aussuchen Die absoluten Lieblingsfotos, wo wir auch immer sagen da redet niemand sonst mit kein Partner.

00:36:17: Keine Tochter keine Freundin nur diejenige soll sich ihre wir nennen es immer Kraftfotoss aussuchen wenn man sich so richtig toll findet und die werden dann nochmal nachbearbeitet.

00:36:29: vom Fotografen ist jetzt nicht wie in der Werbung dass man sich nicht wieder erkennt Aber die Augen leuchtet ein bisschen mehr.

00:36:37: Das Zahnweiß wird vielleicht ganz leicht aufgehellt, da werden mal ein paar Fältchen um ein paar Prozent reduziert.

00:36:44: also das ist minimal und macht aber in der Gesamtheit trotzdem ein wunderschönes sehr besonderes Foto.

00:36:52: Seid ihr mit einigen noch länger in Kontakt oder kriegt ihr mit wie die Geschichten weitergehen?

00:36:57: Das gibt es immer wieder mal mehr, mal weniger.

00:37:00: Wir sagen immer wir freuen uns.

00:37:02: wenn sich jemand wieder meldet dürfen sie auch mit Make-up Fragen an uns wenden oder wenn es sowas ist oder wenn Sie mal ein Foto und aktuelles mit nachwachsenden Haaren schicken.

00:37:12: das gibt's schon immer wieder.

00:37:13: manche nutzen das

00:37:14: nicht aber

00:37:15: von unserer Seite sind wir da sehr offen.

00:37:17: genau

00:37:19: Wenn ich jetzt eure Social Media Account verfolge dann bekomme ich ja mit immer wieder, natürlich steht irgendjemandes verstorben.

00:37:26: Ihr schreibt ja dann sozusagen die Daten rein meistens ein Bild aus dem Fotoshooting und oft auch noch wirklich bewegenden Text dazu.

00:37:35: das heißt ihr bekommt die Informationen zum Teil eben auch sei es von Angehörigen oder so?

00:37:41: Ja das ist oft so.

00:37:42: ich habe gerade heute wieder einen Text für eine junge Frau geschrieben die wir besser kannten weil sie uns ... bei einem Radiointerview und bei einem Fernsehtree unterstützt hat als Teilnehmerin.

00:37:57: Das ist schon manchmal auch ganz schön schmerzhaft.

00:38:01: zu einer Erinnerung, aber es ist mir wichtig... Zum einen ist es ja so man darf nicht so tun, es gibt nur schöne und tolle Fotos und da wäre Krebs sowas ganz einfach, sondern man sieht wieder wie das Topmodel aus.

00:38:13: Es geht nicht immer gut aus!

00:38:16: Das ist mir schon auch wichtig dem auch einen Platz zu geben auf unseren Zeiten und an diesen Menschen einfach nochmal mit ein paar Gedanken und Erinnerungen erinnern zu dürfen.

00:38:31: Jetzt ist es ja inzwischen so, dass ihr auch Männer fotografiert wie ... Habt euch erweitert, oder ist das eher die Ausnahme?

00:38:38: Das war von Anfang an der Gedanke.

00:38:41: Dass wir natürlich auch gerne Männer haben möchten aber sie sind selbstverständlich in der Minderheit wenn die auch was hören von Schminken und so weiter.

00:38:51: Aber diejenigen, die kommen machen sensationelle Fotos.

00:38:55: Wenn man unseren Männeralbum anschaut und das auch auf Social Media überall zu sehen ist, da kommt ganz tolle Sachen raus, weil sie oft sehr kreative Wünsche haben – gerade die Jüngeren!

00:39:06: Ja, ich kann mir vorstellen, dass Sie ähnliche Sorgen haben wie Frauen in der Erkrankung, was so das Äußere angeht.

00:39:12: Das ist ja nichts, was Frauen gepachtet haben.

00:39:15: Dass ihr Äußeres wichtig ist, das ist wahrscheinlich bei jedem Menschen so ...

00:39:19: Ganz genau.

00:39:20: Habt ihr von der Altersstruktur irgendwie eine Untergrenze, dass ihr sagt man muss erwachsen sein oder ihr nehmt also...

00:39:27: Also es ist so wie wir sagen einfach bei jungen Mädchen ab dem Moment wo sie sich verschminken oder äußerlich äußeres Styling etc.

00:39:35: interessieren.

00:39:35: die Jüngste war zwölf?

00:39:37: Ja

00:39:37: das fängt ja heute auch oft und früh an.

00:39:39: unsere

00:39:39: älteste Teilnehmerin war in der achtzig

00:39:44: Also, Nana hatte die Idee.

00:39:46: Ihr habt damit angefangen aber das ist ja nichts was man allein stemmen kann.

00:39:49: also da gehört ja können wahrscheinlich sehr viele Menschen dazu diese Fotoshootings und alles was außen rum auch noch stattfindet.

00:39:58: mich würden zwei Sachen interessieren.

00:39:59: das erste wie finanziert ihr es?

00:40:02: Und wie wichtig sind die menschen die dann auch mitwirken bei dieser bei diesen Fotoshooting und bei allem Außenrum natürlich auch

00:40:09: noch?

00:40:10: Also wir kriegen uns komplett über Spenden finanziert und haben auch das große Glück, dass es all die Jahre gut funktioniert hat weil viele verstehen, dass das unterstützenswert ist was wir machen.

00:40:22: Und ein ganz großes Lob muss ich dem Team aussprechen denn wir haben Menschen, das sind Make-up Artists da sind unsere Styling Girls nennen wir sie immer die beim Anziehen helfen beraten aussuchen unnatürlich Fotografen und Fotografinnen.

00:40:40: Und es braucht natürlich hier nicht nur Menschen, die das was sie tun richtig gut können.

00:40:45: Die Profis in ihrem Fach sind, sondern auch mit Menschen umgehen können und das mit Empathie machen ein Problem bekommen mit den Geschichten, die sie bei uns erzählt bekommen und miterleben.

00:40:59: Und da bin ich sehr stolz, dass wir überall jahreit, obwohl immer wieder wechsel waren aber immer ein ganz wertvolles Team gehabt haben, die da wirklich eine hervorragende Arbeit leisten.

00:41:13: Ja, ich denke weil du sagst mit Menschen zu tun und dann nochmal mit Menschen, die natürlich erkrankt sind.

00:41:17: Das ist ja auch noch mal ne ganz andere Sensibilität.

00:41:19: Wichtig auch der Punkt was macht das mit einem selber?

00:41:23: Also da habt ihr, glaube ich tolle Leute zusammengefunden bei euch im Verein.

00:41:29: Nanna wollte anderen Menschen auch Mut machen.

00:41:32: So hast du es im Klappentext des Buches oder so steht es am Klappentext des Buchs.

00:41:37: Erlebst du das?

00:41:38: Dass das da auch wirklich Kraft entsteht?

00:41:41: Du hast vorhin schon gesagt die Leute verändern sich während dieser Shootings aber dass da auch in dieser schweren Zeit einer Erkrankung und vielleicht auch mit einer noch nicht klar, wo es in der Zukunft hingeht.

00:41:52: Dass aus

00:41:53: wirklich

00:41:54: einem solchen Nachmittag nochmal neue Kraft entstehen kann und Mut entstehen können?

00:41:59: Ja Nanna hat ja mal den Satz gesagt mit ihren ganzen Fotos und so dass sie sich wünschen würde das andere des Sehnen sagen wenn Nanna das kann dann schaffe ich das auch.

00:42:09: Und genau das passiert!

00:42:12: Nicht mehr jetzt so sehr bezogen immer auf Nanna aber dieses ein nachmittag Eine Frau hat mal gesagt, Leben ist verändern für mich.

00:42:20: Das steht man schon da und denkt wow ein Nachmittag.

00:42:25: aber wir erleben es sehr oft dass sich wirklich was verändert in der Akzeptanz von sich selber im Umgang mit mit Klatze mit diesen äußeren Veränderungen das Mut entsteht und es wirkt sich natürlich dann auch darauf aus, wie man mit seinen Therapien weiter umgeht.

00:42:44: Dass man mutiger wird die Ärzte zu hinterfragen oder mal wirklich zu sagen hier bin ich das wünsche ich mir und nicht dass ja also da ändert sich tatsächlich viel.

00:42:55: Ja unglaublich was entstanden ist von einer jungen Frau, die ein Schwergeschicksal gehabt hat und die jetzt irgendwie auch weiter lebt in dieser Idee, die sie damals hatte.

00:43:06: Was glaubst du?

00:43:08: Was würde Nanna sagen, wenn sie es uns noch mitteilen könnte?

00:43:10: Wenn Sie auf den Verein heute schaut.

00:43:12: Auf das was da geschaffen wurde.

00:43:16: Da glaube ich jetzt, Nanna würde sagen ... Das war schon eine geile Idee von mir oder?

00:43:21: Die hatte... Ja hab' ich schon gut gemacht!

00:43:24: Aber ihr habt's auch richtig gut hingekriegt.

00:43:26: Ich glaub', dass wäre ein ziemlich originaler Nanasatz.

00:43:29: Es war schon ihre Initialzündung.

00:43:32: Gut, sie ist ja auch entstanden durch dich und die Fotos, die du gemacht hast damals von ihr.

00:43:37: aber Das ist was Außergewöhnliches, finde ich auch.

00:43:41: Diese Bilder wird man auch sehen können bei uns im Hospiz.

00:43:46: Vielleicht magst du ein bisschen etwas sagen zu dem, was da geplant ist?

00:43:49: Ich freue mich sehr, dass unsere Ausstellung noch mal gezeigt werden kann.

00:43:52: Wir waren zweimal in Oberstdorf, zwei Tausend siebzehnt, zweitausend fünfundzwanzig letztes Jahr und einmal in einem Kirchel in Erdingen und durften da unsere dreißig Ausstellungsbilder zeigen.

00:44:09: Wir haben damals zusammengesucht, was würden wir gerne so ein bisschen verschiedener Altersklassen männlich weiblich?

00:44:15: Was würden wir gern zeigen?

00:44:17: Haben alle angeschrieben, haben gefragt ob sie uns ein bisschen einen Text dazu schicken auch von sich selber.

00:44:24: Der hängt auch in kleinen Täfelchen daneben.

00:44:27: bei der letzten Ausstellung jetzt letztes Jahr haben wir noch mal angefragt und ungefähr die Hälfte hat geantwortet, hat aktuelle Bilder geschickt teilweise.

00:44:38: Die haben wir auch dann dazu gehängt weil wir gemerkt haben dass Besucher- und Zuschauer das einfach interessiert.

00:44:45: was

00:44:46: wird aus diesen Menschen?

00:44:48: Wie geht das Leben weiter?

00:44:49: so ein bisschen manche leben nicht mehr.

00:44:52: da hängt dann auch immer ein pinker Schmetterling dabei Und andere haben auf einmal Familienfotos mit Reisen und Dingen und Sport, was sie gemeinsam unternehmen.

00:45:02: Also die ganze Bandbreite ist Lebens- und Sterbens.

00:45:06: Gut!

00:45:07: Wann wird die Ausstellung bei uns im Hospiz stattfinden?

00:45:12: Weißt du wann der Termin ist?

00:45:13: Die Ausstellung Behind The Smile wird ab dem twenty-neunten gezeigt werden und geht, was uns sehr freut bis zum fünftzehnten Januar zwanzig siebenundzwanzig.

00:45:23: Sehr schön.

00:45:24: Wie geht's dir denn heute?

00:45:26: Trauerst du heute noch, Omnana?

00:45:28: Ja.

00:45:29: Ich glaube das das nie aufhört.

00:45:31: also das Vermissen und die Tage wo es einem auch mal gar nicht so gut geht Das wird bleiben aber das gehört eben.

00:45:38: ich habe gelernt es in mein Leben zu integrieren So würde ich das formulieren.

00:45:43: diese Dramatik die das am Anfang natürlich hat und ja ich glaub kommen dass ist eine eine verwaiste Mutter gibt, wo ein Kinkestorben ist, die nicht überlegt hat.

00:45:55: Ob sie dieses Leben noch weiterführen möchte oder auch nicht?

00:45:59: Diese Gedanke kommt sicher bei allen gerade in der ersten Zeit.

00:46:04: Aber es ist ... sagen wir mal so meine Trauer und ich für leben gut zusammen nebeneinander her.

00:46:10: Habt euch enger Mal.

00:46:12: Ja.

00:46:13: Wir haben

00:46:14: einen guten Weg zusammengefunden.

00:46:16: Und das ist ja auch was ... was ein irgendwie neu oder anders prägt.

00:46:21: Geburtstag und Hodestag?

00:46:23: Was bedeuten die Tage heute für dich, wie begehst du sie?

00:46:26: Beide Tage sind natürlich für uns in unserer Familie sehr besonders.

00:46:30: zum Geburtstag gibt es immer Torte.

00:46:33: Das war also seit Kindheit.

00:46:36: von Nana hat sie immer gesagt, Torte irgendwas sowas ist viel wichtiger als Geschenke.

00:46:41: ich muss eine tolle Torte haben Und die gibt's tatsächlich auch immer wieder Und der Geburtstag ist genau wie der Todestag sozusagen bei uns offenes Haus.

00:46:52: Freunde, Familie wer kommen möchte es herzlich eingeladen aber es gibt keinerlei Verpflichtung.

00:46:58: Das ist uns immer ganz wichtig dass niemand meint ich muss da jetzt unbedingt Aber wenn ich Zeit und Lust habe komme ich.

00:47:04: und gerade im Januar ist es eigentlich immer so das eine schöne Runde abends beim selbst gebackenen Leberkäse mit Brezen- und Kartoffelsalat sitzt.

00:47:16: Ich möchte mal sagen, immer eine gute Zeit haben.

00:47:18: Weil man unterhält sich, man redet, man gratscht ... Es ist gar nicht so viel Nana in Erzählungen.

00:47:25: Sie darf immer wieder erwähnt werden aber es geht nicht um die Trauer sondern es geht gerade für meinen Mann und mich um das Glück dass wir nicht alleine sind an diesem Tag Sondern Menschen um uns haben die mit uns Essen trinken und auch über ganz normale Dinge sprechen und erzählen.

00:47:44: Also das Zusammensein?

00:47:45: Ganz einfach, ganz gefühlt.

00:47:48: Barbara vielen Dank dass du uns erzählt hast von Nana von eurer Arbeit.

00:47:51: unterstützen kann man euch.

00:47:52: das findet man auf eure Homepage wie man euch unterstützen kann.

00:47:56: wir können aufrufen zur Ausstellung zu kommen um sich diese fantastischen Bilder anzusehen.

00:48:00: danke dass du heute da

00:48:01: warst.

00:48:02: Vielen dank für die Einladung war mir eine große Freude.

00:48:08: An dieser Stelle sage ich noch mal herzlichen Dank Barbara für das bewegende Gespräch und möchte auch meine Kollegin Nelleke Jakob danken.

00:48:16: Sie ist Bildungsreferentin im Christopherus-Hospizverein, bereitet akribisch jede Podcastfolge vor!

00:48:21: Wenn sie die Arbeit von Recover Your Smile selbst sehen möchten, können sie natürlich auf die Homepage gehen aber dann haben sie im September auch die Gelegenheit in dem Christopherus Hospiz dazu – denn ab dem XXI.

00:48:34: September findet dort die

00:48:35: Ausstellung

00:48:36: «Auf und unter der Haut».

00:48:37: Ausdruck und Kreativität in Körperbildern statt.

00:48:42: Die Ausstellungseröffnung ist am achtundzwanzigsten September um fünfzehn Uhr, wir laden Sie herzlich ein, schauen sie doch persönlich vorbei und lassen sich die Bilder auf sich wirken!

00:48:53: Den Link zu den Details der Ausstellung und natürlich auch zum Verein Recover Your Smile finden Sie wie immer in den Show-Notes.

00:49:00: Ja und dann bleibt mir nur noch eine gute Zeit zu wünschen.

00:49:03: vielleicht sehen wir uns ja am acht und zwanzigste September Und ich würde mich freuen, wenn Sie wieder reinhören bei der nächsten Folge von Sterbewelten, dem Hospiz Podcast.

00:49:13: Ihre Stefanie Wossilos.

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