Von der Ausbildung ins Hospiz

Shownotes

In der neuen Folge des Hospiz-Podcasts „Sterbewelten“ berichten zwei Kolleginnen über ihren Start direkt nach der generalistischen Pflege-Ausbildung im stationären Hospiz. Anca ist auf den Wunsch, im Hospiz zu arbeiten, durch ihre Mutter gekommen, die als Hospizhelferin im ambulanten Bereich tätig ist. Claire hat sich nach einem Praktikum im Hospiz für die Begleitung von Menschen und ihren Zugehörigen im palliativen Setting entschieden. In dieser Podcast-Folge erzählen sie, was die Arbeit hier so besonders macht, und geben Einblicke in spannende und berührende Erfahrungen aus dem ersten Jahr.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Liebe Hörerinnen und Hörern, ich freue mich, dass Sie heute wieder mit dabei sind bei einer neuen Folge von Sterbewelten.

00:00:07: Dem Hospiz-Podcast des Christophorus Hospizvereins in München!

00:00:12: Ich bin Stephanie Wossilos – gleich geht's los!

00:00:23: Ja, ich habe zwei ganz besondere Gästinnen bei mir, Anka und Claire.

00:00:27: Die beiden sind gerade mal Anfang zwanzig und arbeiten bereits als examinierte Pflegekräfte im Hospiz.

00:00:35: Also ich muss zugeben, die beiden haben mich in unserem Gespräch beeindruckt.

00:00:39: Es hat mich wirklich überrascht und auch berührt wie unglaublich reflektiert sie in ihren jungen Jahren bereits mit den großen Themen des Lebens-und Sterbens umgehen!

00:00:49: Ja wie kommt man denn eigentlich in so jungen Jahre dazu sich ganz bewusst für die Palliativpflege zu entscheiden?

00:00:56: Und wie fühlt es sich an wenn man das erste Mal so dicht auf den Tod

00:01:00: trifft?!

00:01:01: Wir sprechen ganz ungeschminkt über dem Pflegeralltag all seinen Facetten, von sehr persönlichen Abschiedsritualen über den Umgang mit eigenen Grenzen bis hin zu der Frage wie man Lebensqualität von Menschen bis zum Schluss kreativ mitgestalten kann.

00:01:18: Freuen Sie sich mit mir auf ein frischendes offenes und tiefgründiges Gespräch das zeigt wie viel Lebendigkeit und Kraft in der Hospizarbeit

00:01:27: steckt!

00:01:30: Gut, wir haben euch beide hier.

00:01:31: Anka und Claire haben wir da.

00:01:33: Und ihr beide arbeitet als Pflegekräfte hier bei uns im Hospiz.

00:01:38: Ihr seid ja beide noch recht jung?

00:01:39: Wollt ihr mir sagen wie alt ihr seid?

00:01:41: Also ich bin dreiundzwanzig.

00:01:43: Claire?

00:01:43: Ich bin

00:01:43: zwanzig.

00:01:44: okay!

00:01:45: Jetzt würde es mich natürlich mal interessieren... Wie war euer Weg?

00:01:48: Warum habt ihr euch entschieden in die Pflege zu gehen um die Ausbildung zu

00:01:51: machen?

00:01:53: Also ich habe gestartet und hab zu Abi gemacht.

00:01:56: Und war dann so, also ich wusste nicht ganz genau in welche Richtung ich gehen will.

00:01:59: War dann so ziemlich irgendwie ja... Ich habe wirklich keine Richtung gehabt.

00:02:03: Dann habe ich erfahren dass man FSJs machen kann.

00:02:06: Und ich habe immer schon Psychologie sehr gerne gemacht.

00:02:11: Da dachte ich mach der nächste Schritt ist dann ich gehe in die Psychiatrie und mache da mein FSJ.

00:02:16: Und das hat mir so gut gefallen, dass ich gesagt habe, das möchte ich auch später machen und hab dann die Ausbildung angefangen.

00:02:22: Im Rahmen der Ausbildung bin ich dann immer mehr weiter weg von dem Psychiatrie gekommen und habe dann gefallen an Palliativ bekommen.

00:02:30: Und wenn dann haben wir gesagt, ich möchte irgendwas im palliativen Bereich arbeiten.

00:02:33: später mal.

00:02:34: Claire wie war's bei dir?

00:02:36: Tatsächlich recht ähnlich.

00:02:38: also Während der Schule in der neunten und zehnten Klasse, die diese Pflichtschul-Praktika, die man ja machen muss.

00:02:46: Habe ich eine Tagespflege gemacht in einem Altenheim weil ich einfach schon immer gerne mich bewegt habe und geredet habe Und dann hab' ich mein Abitur gemacht und wollte auch ein FSJ machen.

00:02:58: Hab das aber dann im Altenheim gemacht und habe dann auch in der gleichen Firma die Ausbildung machen wollen.

00:03:06: Habt ihr abgeschlossen?

00:03:08: Und hab bei meinem dritten Lehrjahr hier im Christoph-Ros-Hospiz meinen Wunsch-Einsatz gehabt, also es gibt drei Wochen, in denen man sich was wünschen kann, was man noch gerne ansehen möchte, welche Setting... Ich dachte mir, wieso nicht das

00:03:20: Hospiz?!

00:03:21: ein großes Gefallen gefunden, habe mich super mit dem Team verstanden und hab dann die Frage bekommen ob ich mir vorstellen könnte nach einem Examen hier zu arbeiten.

00:03:34: Und dann ging das eigentlich recht schnell und dann war ich hier.

00:03:39: Sag mal jetzt habt ihr ja gerade gesprochen Lehrjahre?

00:03:41: Ich bin gar nicht so tief drin.

00:03:43: Ausbildung was genau wie genau es schaut die aus?

00:03:46: wie lang dauert die?

00:03:47: Was für Schwerpunkte gibt's da?

00:03:48: vielleicht können wir uns da ein bisschen etwas drüber erzählen.

00:03:51: Also mittlerweile hat sich in den letzten Jahrzehnten viel geändert, spricht man von der generalistischen Pflegeausbildung.

00:04:00: Das bedeutet jede Auszubildende oder Auszubillener hat einen Träger.

00:04:07: Bei mir jetzt zum Beispiel war das eine Einrichtung also ein Altenheim bei Anker war es ein Akuthaus, also Krankenhaus Und dafür bringt man dann seine meiste Zeit, aber man kommt in jedes Setting.

00:04:20: In diesen drei Jahren dauert die Ausbildung rein.

00:04:23: Das bedeutet ich hatte Einsätze im Krankenhaus, im ambulanten Pflegedienst, im pediatrischen Setting also mit Kindern und diesem Wunsch-Einsatz eben, den man sich frei wählen kann.

00:04:37: Das heißt, man soll eben im Laufe dieser Ausbildungen in jeden Fachbereich mal reinschnuppern können Ja, dazu ausgebildet oder lernt halt die Sachen.

00:04:48: Und danach ist man... ...ausgebildelt

00:04:53: und

00:04:53: kann in jedem Fachbereich theoretisch arbeiten.

00:04:55: Ah okay!

00:04:55: Kann man sich dann frei wählen?

00:04:57: Genau,

00:04:57: unabhängig davon was der Träger war.

00:04:59: Alles klar.

00:05:00: also man ist dann so aufgestellt dass man sagen kann in jeden Bereich wo Pflege benötigt wird, kann man sich quasi... Jetzt ist dieser Wunschbereich weil du ja sagst Tospiz ich glaube es ist schon noch ein bisschen was Spezielles oder mit Sterben den Menschen.

00:05:15: Das ist ja schon noch mal ein Setting, wo ich sagen würde das ist so ein bisschen fordernd.

00:05:19: hat euch das nicht irgendwie abgeschreckt?

00:05:21: Also ich höre jetzt bei euch beiden draus nö ihr hattet war es schon einfach interessiert an diesem an Hospiz und an Palliativarbeit.

00:05:30: wie kamen das?

00:05:32: also?

00:05:32: die Arbeit mit mit sterbenden Menschen hat man im Endeffekt in der Pflege in jedem Fachbereich oder in den Allermeisten im Altenheim natürlich auch.

00:05:41: Da sind es natürlich dann alte Menschen oder ältere Menschen, die man begleitet.

00:05:46: Und für mich war dieser interessante Punkt einfach erstmal zu erlernen wie ist

00:05:53: der

00:05:54: bestmöglichste Umgang sei's jetzt medikamentös und auch pflegirisch.

00:05:58: Ich wollte mir ein eigenes Bild vom Hospiz machen weil ich finde das Hospize so habe ich das immer miterlebt wenn man überhaupt weiß was es ist, dann ist es ein Schreckensort Was ganz Düsteres, was Dunkles.

00:06:13: Alles sind traurig und finde ich sagt man auch öfters über Altenheime.

00:06:18: Und als ich dann angefangen habe hab ich das ganz anders empfunden.

00:06:21: und dann dachte ich mir so im Hospiz ist es vielleicht auch so Ich will es mir selber mal anschauen mit ein eigenes Bild machen und Dann habe ich sofort gesehen dass diese ganzen Klischees überhaupt nicht zutreffen Dass das hier irgendwie einen sehr schönen Ort ist und ein sehr fröhlicher ort.

00:06:39: Und ja, einfach eine eigene Meinung bilden im Endeffekt.

00:06:42: Anka, wie war bei dir der Kontakt?

00:06:44: Warum war so diese vielleicht auch Neugier zum Thema Palliativ-Hospiz?

00:06:50: Also ich habe es teils, teils gehabt weil meine Mutter als Amulante also am ambulanten Bereich als Hospizhelferin arbeitet und ich dann über sie ein bisschen einen Einblick bekommen habe und jetzt mir viele erzählt und auch Wie begeistert sie war von der Arbeit hier und wie man den Menschen umgegangen wird Man sprechen hatte ich ein sehr schönes Bild auch vom Hospiz und wollte das auch selbst erleben.

00:07:11: Und auch einfach diese Offenheit gegenüber dem Tod selbst, weil des Sterben im Krankenhaus hat man viel verbunden mit diesem großen Leid, weil eigentlich die Hoffnung da vorn der Grund steht dass man wieder lebt, dass man in den Alltag zurückgehen kann und das für viele nicht der Fall ist und entsprechend viel viel Leid verbunden ist.

00:07:33: Und dann im Gegenzug ein Ort zu haben an dem man sagt es ist okay Der Lebensweg, der kommt, der darf kommen.

00:07:40: Und er wird akzeptiert.

00:07:42: und diese Lebensqualität steht so im Vordergrund, dass man sagt, man nimmt einfach die letzte Zeit, die man hat ganz egal wie lange das dauert und macht das Schönste draus.

00:07:51: Das ist ein starker Kontrast zu diesem Leid, das man hat in Verbunden mit dem Versterben.

00:08:01: dann was man im Krankenhaus hatte oder was ich empfunden habe, was am Krankenhaus war.

00:08:06: weil du schon Kontrast sagst, also ich hab

00:08:08: auf

00:08:09: das Gefühl dass junge Menschen sich nicht so sehr mit dem Tod beschäftigen außer sie sind natürlich in irgendeiner Weise betroffen.

00:08:14: Weil Sie selber krank sind oder in der Familie erkrankt haben.

00:08:17: Ansonsten wenn ich jetzt so denke wie ich jung war, war der Tod was?

00:08:20: Das habe ich so Richtung Alter geschoben ist etwas ganz weit weg ist, was mich nicht betrifft aber ihr macht natürlich generell durch die Pflegeausbildung natürlich schon eine andere Erfahrung, weil ihr da auch mit kranken Menschen zu tun habt oder mit sehr alten Menschen zu Tunen habt Kann mir vorstellen, wenn man jetzt ins Hospiz kommt ist ja hier noch mal eine andere Dichte.

00:08:40: Also es ist ja klar dass die Menschen, die hier sind, auch im Normalfall versterben.

00:08:46: Wie ist das?

00:08:46: Wenn man dann das erste Mal wirklich so dicht auf den Tod trifft?

00:08:51: also wie war's für euch?

00:08:53: Habt ihr da irgendwie besondere Erfahrungen gemacht?

00:08:56: oder war es so nöchig ob meine pfleggerische Tätigkeit und jetzt ist es halt vielleicht ein anderes Setting oder was war anders als zu den Einsatzbereichen, denen ihr vorher hattet?

00:09:06: Also ich würde sagen, es wird so gewissermaßen normalisiert.

00:09:12: Es ist soweit akzeptiert, dass das okay ist wenn es kommt.

00:09:18: Wenn der Todeszeitpunkt kommen und die Person verstärben, dass es in Ordnung ist und auch da alle mit gemeinsam an einem Strang ziehen.

00:09:28: Dass das einfach für alle Beteiligten gut verläuft.

00:09:33: Das passiert natürlich häufiger und entsprechend hat man, man ist immer in Kontakt damit.

00:09:40: Aber es ist dann heißt das nicht und nein und dann ist der Fokus nicht auf dieser einen Person wie es jetzt mal Spiele auf einer Akutstation ist diese eine Person die instabil ist und dann verstirbt und wo das dann mit so viel Unerwartung kommt.

00:09:55: Nicht unbedingt weil der Krankheitsverlauf zu kurz ist aber einfach weil diese Hoffnung so groß im Raum stand dass das vielleicht doch wieder irgendwie wird.

00:10:05: Ich weiß nicht, dass es dieser Unterschied von.

00:10:08: alle wissen gemeinsam wo die Reise hingeht hier und gehen entsprechend auch gut mit.

00:10:14: Und kommen auch mit einem ja gutes Gefühl will ich nicht sagen weil natürlich ist das immer schmerzvoll wenn jemand verstirbt.

00:10:22: aber man wusste wo's hingeht und konnte dann das noch genießen.

00:10:26: am Ende zumindest in dem Rahmen wie es irgendwie möglich ist ... zu einer Erleichterung, wenn es passiert anstatt so einem großen Trauerfall oder ein Trauerfalls ist vielleicht das falsche Wort.

00:10:42: Aber zu einem großen... Mir fehlt das richtige Wort ich kann's nicht

00:10:47: beschreiben.

00:10:48: Ich weiß was du meinst.

00:10:49: Es ist halt in der gewissen Weise schon vorgezeichnet.

00:10:52: Also

00:10:53: es ist jetzt nicht so dass den Leuten nicht klar ist auch den Angehörigen, wenns Richtung Hospiz geht, dass das natürlich einen Ort ist wo im Normalfall die Bewohner nicht mehr auszieht.

00:11:03: Es darf hier einfach sein und hat natürlich hier, so stelle ich mir vor eine gewisse Normalität.

00:11:10: Oder wie hast du es erlebt, Claire?

00:11:14: Ja, Normalität... Entschuldigung!

00:11:17: Das klingt zu bitter,

00:11:18: wenn

00:11:18: man über Tod redet.

00:11:21: Aber ja ... Stimmt schon, es gehört zu unserem Alltag hier.

00:11:26: Aber trotzdem ist jeder Weg und jeder Mensch und jedes Sterben was einzigartiges.

00:11:33: Und das sehen wir auch immer wieder.

00:11:35: Sei's jetzt die unterschiedlichen Charaktere, die unterschiedliche Familien... ...die Systeme, die da dranhängen.

00:11:44: Ja deswegen normal ja aber trotzdem immer besonders.

00:11:50: Was war nochmal die Frage von davor?

00:11:52: Die Frage von davor war, also wie für euch der Unterschied war.

00:11:56: Du hast ja gesagt du kommst aus einem alten Heim und jetzt bist du in diesem Setting hier hospice.

00:12:01: es ist ja schon noch mal ich will nicht sagen extremer das klingt so aber es ist schon etwas anderes was man vielleicht nicht gleich im Kopf hat wenn man diese Ausbildung macht also wie du das erlebt hast dann diesen Wechsel hier ins Hospiz?

00:12:13: Ich muss sagen dass mir das sehr gefallen hat weil Das habe ich mir schon immer gedacht, wenn ich Leid gesehen habe während der Ausbildung oder während des FSJs.

00:12:24: was mir mal geholfen hat.

00:12:25: Oder was mir Freude in diesem Beruf gibt ist es etwas tun zu können den Menschen helfen zu können sei jetzt dem Betroffenen selber oder deren Angehörigen.

00:12:35: und hier kann man so viel tun und wir tun hier soviel jeden Tag dass sich wirklich mit einem mit einem sehr guten Gefühl nach Hause gehe, weil ich mich zurück erinnern kann.

00:12:46: Und dann sehe ich nicht dieses Leid

00:12:49: sondern

00:12:49: ich seh die ja... Die Linderung, die ich vielleicht herbeirufen konnte oder das Lächeln was ich irgendwie hervorrufen konnte durch sei es ein blöder Witz oder sei ist ein gutes Gespräch mit dem Angehörigen eine sehr enge Betreuung auch immer mit Schmerz verbundenes oder sehr oft aber eben auch dass es unglaublich schwierige Worte zu bringen, aber mit so vielen verschiedenen positiven Gefühlen.

00:13:17: Mit Erleichterung und da einfach eine Stütze sein zu können gibt mir persönlich unglaublich viel!

00:13:24: Und ihr werdet auch als diese Stütze wahrgenommen.

00:13:28: oder hört ihr auch oft, man hier seid noch so jung.

00:13:31: Also ist euer Alter in irgendeiner Weise in eurer Arbeit ein Thema?

00:13:35: Sei es im Team, sei es bei den Angehörigen, sei das bei den Sterbenden oder ist dieses Thema etwas... Da geht's nicht mehr um Alter!

00:13:42: Ich würde sagen teils teils, aber wenn dann nur positiv.

00:13:46: Also vom Team höre ich das schon immer mal wieder, aber dann entweder auf so eine sehr humorvolle Art oder auch auf eine positive Art – jetzt kriege ich Ärger von meinen Kollegen, weil ich eh schon immer gerne witzig über das Alter mache!

00:14:03: Aber unser Team besteht aus eher mittelalt- oder älteren Leuten Und ich habe schon oft von denen gehört, dass sie es schön finden.

00:14:13: Dass jetzt einfach was junges dazukommt und das überhaupt kein Hindernis ist.

00:14:19: Sondern ja, dass wir immer bunter werden – eine buntere Mischung.

00:14:24: Jeder eben mit anderen Erfahrungen.

00:14:28: Da höre ich wirklich durchweg etwas Positives.

00:14:32: Bei den Bewohnern oder Angehörigen höre Ich sehr selten was Und wenn, dann ist es auch eher was Positives.

00:14:40: Zum Beispiel ganz klassisch das hatte ich auch oft im heim Wenn die älteren Bewohner meistens irgendwie Schwierigkeiten haben mit der Technik und Das fängt ja manchmal schon bei Fernsehen an wo einen ausmachen wieder an machen Schon reicht und dann ist Es gleich so naja Die Jugend die kann das so gut und Dann höre Ich auch schon Mal Ja Ne holen sie doch bitte die klär die Kandas und Eigentlich ist es wirklich den Fernseher Wieder anschalten.

00:15:03: Ja aber Es sind wirklich durchweg irgendwie dann positive oder neutrale Aussagen.

00:15:10: Ich habe noch nie was gehört im Sinne von wissen Sie, wie das geht?

00:15:14: Oder irgendwie sowas in meiner Art.

00:15:16: Also kein Zweifel an uns als Person oder an unserer Kompetenz – oder meine falls nicht, wie es bei dir ist.

00:15:24: Ich finde es eigentlich genauso.

00:15:26: und auch dieser Faktor von einmal das Team ist so bunt und die Bewohner hier sind so bund in ihrer Eigenheit Da macht einfach nur das Alter, ist einfach nur ein Faktor oder einen Teil mit der einfach noch anders ist.

00:15:40: Hier ist jeder so unterschiedlich und da spielt das Alter einfach nur einen Teil davon.

00:15:46: aber es spielt nicht die Hauptsache dass man sagt okay nur jung ist nochmal was anderes und alt ist etwas anders sondern einfach nur mit einem Teil von einem was einfach irgendwie nochmal kunderbunter macht.

00:15:57: Jetzt kann ich mir aber vorstellen also viele gehen davon aus im Hospiz liegen dann halt auch alte Leute.

00:16:03: Also sterben ist ja was, das passiert einem im Alter aber so ist es ja nicht.

00:16:06: Es gibt ja durchaus auch junge Leute die schon erkranken.

00:16:09: Ich weiß nicht war das Jüngste was ihr bisher erlebt habt in der Pflege?

00:16:15: Okay.

00:16:20: Ist es dann etwas wo ihr nochmal anders wahrgenommen wird weil ihr vielleicht näher dran seid als jemand der jetzt schon Mitte fünftig ist?

00:16:26: oder ist es da eigentlich belanglos wie ob jünger oder älter auch als pflegende?

00:16:33: Also ich glaube, es kommt schon viel auf die Person drauf an und es ist nicht dass man sagt okay nur weil sie jünger sind versteht man sich fantastisch.

00:16:43: Aber man hat schon einen leichteren Einstieg würde ich sagen.

00:16:45: also man hat dann... Ich finde so das man mit manchen Dingen besser verbinden kann oder irgendwie Themen hat über die man sprechen kann ist aber nie eine Garantie.

00:16:56: Es ist vielleicht ein leichterer Einstiege aber es heißt nicht irgendwie eine leichtere Verbindung hat, nur einfach weil man jünger ist.

00:17:08: Jetzt noch mal ihr seid ja im Schichtdienst wahrscheinlich tätig und ich kenne das selber früher, weil ich auch im Schlichtdienst tätig war Und jetzt einfach mal so ganz direkt gefragt, wie ist es denn Schicht zu arbeiten?

00:17:21: Ist das was wo ihr sagt, dass belastet schon irgendwie oder hat auch Vorteile.

00:17:25: Wenn man jung ist glaube ich steckt man vielleicht vieles noch einfacher weg gerade wenn man auch in der Nacht arbeiten muss als wenn man älter ist.

00:17:31: Wie ist Schichtarbeit für euch?

00:17:34: Also ich bin ein großer Fan von Schichtarbeit.

00:17:36: eigentlich gesagt Ich mag das ganz gerne besonders diese Abwechslung Und es fällt mir auch leichter mit Freunden, die jetzt auch in der Schichtarbeit sind.

00:17:45: Wenn man sich dann auch mal vormittags treffen kann zum Beispiel unter der Woche oder so was

00:17:50: aber

00:17:51: ist das natürlich nicht immer leicht und es ist auch belasten wenn man sagt man hat so viele Schäddienste hintereinander z.B.

00:17:59: und ist dann ganz müde oder wenn man dann viel Spieldienster hat oder Nachtdiensten und dann nicht irgendwie am Wochenende mit feiern gehen kann oder sowas.

00:18:06: Aber eigentlich im Prinzip bin ich ein großer Fan von Schächten.

00:18:09: Wie ist es bei dir, Claire?

00:18:11: Ich mag's tatsächlich auch.

00:18:13: Es ist gut dass du mir die Frage heute stellst und nicht gestern.

00:18:16: Gestern hatte ich einen spät frühwechsel.

00:18:17: dementsprechend... war die Laune in der Früh etwas naja Aber ich mag sie eben auch unter der Woche mal frei haben.

00:18:27: Frühs aufstehen, aber dafür früh Feierabend haben die freien Vormittage, die man teilweise hat und es ist auch mal angenehm um Wochenende zu arbeiten weil es dann eben auch mal ein bisschen ruhiger ist im Haus.

00:18:39: also das hat vornachteile so wie ich denke jeder Job.

00:18:43: Ich persönlich stelle mir dass nicht schön vor irgendwie von acht bis achtzehn Uhr zu arbeiten, weil ich mir denke die Leute haben ja irgendwie nichts vom Morgen und nix vom Abend.

00:18:53: Aber

00:18:53: ihr kennt es halt auch nicht anders.

00:18:55: deswegen... Ja.

00:18:58: Hat alles Vor- und Nachteile?

00:18:59: Absolut!

00:19:00: Hab beides erlebt und hat alle Vor-und Nachteil.

00:19:02: Jetzt, wenn wir vielleicht für die Hörerinnen und Hörern die Holz erste Mal zuhören oder die Folgen mit den anderen Pflegekräften.

00:19:08: Wir hatten ja schon mal andere Pflegekräfte auch hier im Hotcast aber gesetzte Falle haben es nicht gehört.

00:19:14: also wir sind ja hier im Haus, haben wir Maximalssechzehn Betten.

00:19:19: Vielleicht könnt ihr ein bisschen aus eurem Alltag erzählen, für wie viele der Bewohnerinnen und Bewohner seid ihr zuständig.

00:19:25: Wie läuft so einen Tag ab?

00:19:26: Habt ihr da feste... Geh ich davon aus!

00:19:28: Feste Besprechungen, feste Tätigkeiten.

00:19:31: Vielleicht wollt ihr uns ein bissel einen Einblick geben auch vielleicht in das was euch besonders liegt.

00:19:35: gibt es Tätigkeit wo ihr sagt Das mache ich besonders gern Und vielleicht kann man auch mal ehrlich sagen wenn man sagt okay das muss man halt wie in jedem Job auch machen aber ist jetzt nicht der Favorite Nehmt doch mal ein bisschen mit in euren Alltag

00:19:48: Dann fange ich einfach mal an.

00:19:50: Also du hast schon gesagt, wir haben drei Schichten und es ist abhängig von der Schicht für wie viele Menschen wir zuständig sind.

00:19:59: also im Frühdienst sind wir... Wir haben zwei Stationen, also wir haben im Erdgeschoss acht Betten und in dem ersten Stock acht Bette und im Frühding sind wir immer zwei pro Station, also pro Stockwerk.

00:20:12: das macht für jeden vier Bewohner in der Regel.

00:20:16: Wir haben da auch noch so was das nennt sich ein Zwischendienst, die sind dann wenn es zum Beispiel Aufnahmen gibt für die Aufnahme zuständig.

00:20:23: Was uns natürlich auch sehr entlastet Die gibt's aber nicht jeden Tag Es hängt doch immer natürlich davon ab wie viel Personal wir haben.

00:20:31: Auch wir haben Ausfälle die dann irgendwie gedeckt werden müssen ist ja ganz klar.

00:20:36: Im Spätdienst sind wir einer bis zwei, also in der Regel zwei pro Stockwerk.

00:20:42: Manchmal passiert es eben wenn jemand krank ist dass der Späddienst insgesamt zu dritt ist und dann gibt's halt einen der sozusagen springt der mal unten und mal oben ist und im Nachtdienst ist man alleine auf Station kann sich aber natürlich jederzeit den Kollegen von mir das anderen Stockwerk dazuholen.

00:20:59: Wir haben immer mal wieder Bewohner, bei denen man einfach zwei Menschen braucht.

00:21:04: Sei es jetzt um sie zu positionieren oder auch wenn irgendwas vorfällt, jemand stürzt oder ja, man braucht dann einfach Unterstützung oder Pause.

00:21:14: Auch dann kann man sich die Kollegen vom anderen Stock weg holen und feste Zeiten haben wir schon.

00:21:23: also Meinst du jetzt über den Tag oder generell die Strukturen im Sinne von Besprechungen?

00:21:30: Ja, so vielleicht über den tag.

00:21:31: Also wenn man mal so überlegt Vielleicht nehmen wir uns aber mal eine schicht raus um ein bisschen das exemplarisch zu sagen.

00:21:36: also wenn ihr in der früh jetzt kommt Wann würde es anfangen?

00:21:40: dann fängt an die Schicht an von der Uhrzeit her

00:21:43: Um sieben.

00:21:45: Genau, wir fangen um sieben an.

00:21:47: Dann gibt's natürlich erstmal Kaffee.

00:21:49: Ja klar.

00:21:50: Was wohl über

00:21:51: alles

00:21:51: gleich ist?

00:21:51: Nein, ich mache ja nichts anderes.

00:21:52: Sie trinken nur Kaffee.

00:21:56: Dann haben wir erst mal die Übergabe mit dem Nachtdienst.

00:21:59: Die dauert oder ist in der Regel eine halbe Stunde geplant.

00:22:02: Bei uns ist immer alles relativ.

00:22:04: Also Zeiten sind immer... Man weiß ja nie was passiert.

00:22:07: Wir arbeiten mit Menschen nicht mit

00:22:08: Akten.

00:22:10: Es ist nichts festgeschrieben und dann darf der Nachtdienst in den Feierabend gehen und schlafen gehen Schauen dann erst mal, wie wir uns aufteilen.

00:22:20: Also wer kümmert sich um welche Bewohner?

00:22:23: Welche Bewohner brauchen denn was?

00:22:25: Wir haben eine Tafel da stehen gewisse Dinge drauf die gemacht werden müssen für den Tag oder geplant sind für den tag Genau und um acht Uhr gibt es dann die Medikamente Und dann fangen wir auch an das Frühstück vorzubereiten.

00:22:38: Da sind wir sehr individuell

00:22:40: Ja

00:22:40: kriegen tatkräftige Unterstützung von unserer FS Jöttlerin genau die dann über die zwei Stockwerke düst und guckt, wer denn gerne was möchte.

00:22:50: Und womit wir eine Freude machen können?

00:22:52: Und ja in der Regel fangen wir dann eben an mit der Körperpflege oder schauen, was möchte der Bewohner für diesen Tag?

00:23:01: Was braucht er für diesen tag?

00:23:03: Wir versuchen immer gemeinsam Pause zu machen hoffentlich bald wieder im Garten, wenn das Wetter besser wird.

00:23:11: Das ist immer so gegen elf rum und mittags kommen dann die Hospizhelfer, die unser Mittagessen verteilen und die Pflegenbedürftige auch bei der Nahrungsaufnahme unterstützen.

00:23:25: Und wir verteilen am meisten Wiedermedikamente um zwölf bzw.

00:23:29: die festen Medikationen.

00:23:30: Wir arbeiten ja auch viel währenddessen bei Bedarf genau.

00:23:36: Wir

00:23:37: hatten

00:23:39: heute beide Frühdienste, deswegen sind wir beide ein wenig...

00:23:42: Wie lange geht denn der dann?

00:23:43: Der Frühdienst, man ist im Schluss bei uns.

00:23:44: Fünfzehn Uhr zwölf.

00:23:45: Fünft

00:23:46: zu nur zwölfen.

00:23:49: Genau auch wichtig.

00:23:51: die Übergabe an den Spätdienst natürlich und dann haben wir entweder noch Besprechungen.

00:23:57: also montags haben das sogenannte schon fix wo unsere Pflegedienst leitung dann meistens einfach aktuelle Themen anspricht wo auch jeder seine Themen anbringen kann.

00:24:10: oder wenn jemand mal irgendwie durch eine Situation doch mal Schwierigkeiten hat, oder sagt TÜNS möchte jetzt einfach mal los werden.

00:24:18: Oder dass das passiert dann hat er da auch den Raum.

00:24:21: Dienstags haben wir zum Beispiel unsere multiprofessionelle Fallbesprechung wo sowohl unsere Therapeuten als auch die Aufnahme wie Pflegekräfte entweder einen speziellen Fall, also einem Bewohner vorstellen mit einer bestimmten Problemlage und wir gemeinsam nach Lösungen suchen.

00:24:39: Genau oder wir haben mal eine Supervision.

00:24:41: Also es gibt hier sehr viel was man noch dazu sein könnte aber das würde eigentlich im Rahmen springen.

00:24:47: Und jetzt gebe ich dir immer wieder das

00:24:48: Video.

00:24:50: Darf ich gleich noch eine Frage?

00:24:51: Als ich höre jetzt raus, dass ihr dann so ungefähr für vier Patienten zuständig seid.

00:24:57: Wenn ich jetzt überlege im Krankenhaus ist das jetzt vom Schlüssel her so, dass hier eher weniger Patienten hat und im Krankenhaus ist es wesentlich mehr.

00:25:05: Ja sehr also wir haben vier Bewohner ist ein Traum.

00:25:09: Im Krankenhaus hat man viel mehr.

00:25:10: Also ist es von Stationen abhängig je nachdem in welchem Bereich man ist ob das eine Akkutsstation ist.

00:25:16: auf privat hat man nochmal weniger aber trotzdem Dann sind es zwölf Patienten, glaube ich.

00:25:23: Ungefähr... Also je nachdem ist das sehr individuell aber vier Bewohner für nur eine Pflegekraft ist ein sehr guter Schlüssel.

00:25:31: Das heißt ihr seid dann auch schon relativ nah am Menschen auch dran?

00:25:36: Ich würde nicht sagen näher als jetzt in einem Krankenhaus, aber ihr habt ja vielleicht die Zeit mal zu sagen man spricht mal mit Angehörigen und der Bewohnerin oder dem Bewohner Und dann denke ich mir, wenn man da auch ein bisschen näher dran ist.

00:25:51: Ich weiß so im Schnitt glaube ich sind die Leute ungefähr zwei Wochen drei Wochen vier Wochen hier.

00:25:57: Mein Gott es gibt Leute die natürlich sehr schnell versterben das habe ich auch schon mitbekommen oder Leute die länger da sind.

00:26:03: aber ihr seid natürlich häufiger konfrontiert mit dem Thema dass jemand verstirbt und ich stelle mir vor wenn man jetzt nah dran ist Manche Leute sind einem schon näher, das ist ja immer so mit Menschen zu tuner.

00:26:15: Die einen sind vielleicht sympathisch oder aus irgendeinem Grund fühlt man sich näher zu ihnen.

00:26:20: Habt ihr irgendwie für euch ein gutes Ritual gefunden?

00:26:22: Oder wie geht ihr damit um wenn dann Leute versterben die euch vielleicht irgendwie ein bisschen näher waren, wenn doch dass etwas enger

00:26:31: ist?

00:26:31: Unterschiedlich?

00:26:32: also ich habe mir ganz am Anfang als ich angefangen hab ganz bewusst auch ein Ritual ausgedacht, weil ich mir dachte, ich brauch irgendwas einfach so für mich.

00:26:43: Und tatsächlich ... Ich mach das immer mit Capri-Sonne!

00:26:46: Ich hab' einen Palen in meinem Spind.

00:26:48: Einfach weil mir Capri Sonne so von früher ganz

00:26:50: viel ... Ja, Kindheit so bisschen...

00:26:53: und einfach mit soviel Freude verbunden ist.

00:26:56: Und wenn ich dann wirklich jemanden habe, wo ich ganz nah dran war und wo es mir einfach irgendwie nahe gegangen ist.

00:27:01: Dann nehme ich mir praktisch die Capri Sonne und trinkt dann auf die Personen... Schön!

00:27:05: Eide Caprisonne!

00:27:06: Das ist

00:27:07: ja cool!

00:27:07: Genau

00:27:08: so ein bisschen als Anstoßen auf die überlegen Leute.

00:27:11: Aber das ist unterschiedlich.

00:27:12: Also wenn ich das Gefühl hab' Ich brauchte's, dann mach ich das.

00:27:14: Das mache jetzt nicht bei jedem aber So wie ich das gefühlt hab', irgendwie Passt das?

00:27:19: Dann mach ich dass für mich und das tut dann auch ganz gut.

00:27:22: und dann denke ich für den Moment trinken es praktisch so an die Leute und dann ist das auch vergessen.

00:27:27: Also ich versuche wirklich sehr, wenn ich aus der Arbeit rausgehe nicht mehr nicht mehr so sehr dran zu denken.

00:27:33: Wie wichtig ist das Team in dem Zusammenhang?

00:27:36: Die anderen Kolleginnen und Kollegen?

00:27:37: Sehr sehr wichtig!

00:27:39: Es ist dann meistens während der Arbeit dass man sich einfach bespricht den Menschen weiterhelfen könnte, aber auch irgendwelche Situationen die einem in Vernalte gegangen sind oder die vielleicht lustig waren.

00:27:51: Oder wo man sich irgendwie dann doch noch Gedanken drüber macht und dieses untereinander besprechen.

00:27:57: das tut sehr gut.

00:27:59: Und jetzt auch zum Beispiel mit Claire machen im Privaten recht viel und irgendwie da mal so drüber zu lachen oder irgendwie sich das noch einmal zu erzählen.

00:28:07: Es tut es so gut, einfach irgendwann mal ganz fern von der Professionalität einfach nur mal so einen Rauslassen zu haben.

00:28:13: Total!

00:28:14: Ja, das hat ja was mit Selbstfürsorge auch zu tun.

00:28:16: Man kann ja gut da nur da sein für andere wenn man auf sich selber auch entsprechend achtet.

00:28:21: Claire hast du für dich auch ein Ritual?

00:28:24: Tatsächlich ja... Also das mache ich tatsächlich, ich weiß nicht mehr warum.

00:28:30: Aber ich mach's nicht mehr so oft.

00:28:31: Das hab' ich vorhin früher gemacht um heim und zu Beginn noch hier... also ich geh mal gerne zu den Leuten rein wenn sie verstorben sind auch wenn ich sozusagen nicht dabei war oder nicht zuständig war für die Person weil wir kleiden die Menschen ja nach dem Versterben und waschen sie ja auch nochmal zu den Leuten hin und verabschiede mich laut nochmal von ihnen oder wünsche ihnen was, oder sage einfach, was mir in dem Moment einfällt.

00:29:04: Und ich gehe mal gerne die erlebt Momente durch.

00:29:07: Also besonders bei Menschen mit denen ich viel Zeit verbracht habe, was bei mir nicht unbedingt eine Auswirkung hat ob es mich mehr oder weniger trifft.

00:29:15: tatsächlich

00:29:17: Es geht oft darum, wie der Mensch verstorben ist.

00:29:19: Also eine gute Begleitung war ob er gut gehen konnte, ob er symptomkontrolliert gehen konnte.

00:29:24: das finde ich da irgendwie entscheidender.

00:29:28: und ja gehen wir die unsere best moments irgendwie durch

00:29:33: sei

00:29:33: es schwierige Momente aber auch die lustigen Momente und die die mir da irgendwie einfallen.

00:29:39: und dann kommt es in die Schublade und die schublade gezogen.

00:29:46: Aber hattet ihr auch schon mal den Fall, dass ihr gemerkt habt... also das ist ja nur menschlich.

00:29:50: Dass es manchmal einen wirklich packt weil man sagt bekommt mit, dass jemand leidet sei's jetzt seelisch leidet, psychisch leidet körperlich versucht man ja das bestmöglich irgendwie zu kontrollieren aber nicht alles lässt sich auch immer so kontrollieren insbesondere wenns ein seelischer Schmerz isst.

00:30:09: gab´s da auch die Momente wo ihr gemerkt habt?

00:30:11: Da ging´s mir jetzt schon sehr nah.

00:30:13: Ja Das auf jeden Fall.

00:30:17: Es hält sich in Grenzen, das muss es ja auch weil ich glaube sonst wäre ich hier nicht richtig oder würde das nicht nicht auf Dauer machen können.

00:30:28: bei mir ist so dass ich oft es hört jetzt blödern aber weniger mit den Bewohnern leide weil wir da doch schon wirklich in den allermeisten Fällen wirklich sehr viel tun

00:30:37: können.

00:30:38: Bei mir sind sie eher die Angehörigen.

00:30:40: Wenn ich Angehörige sehe und den Schmerz sehe, das ist eine Sache die mir sehr nahe gehen kann.

00:30:47: Besonders wenn es ein junger Bewohner war der zum Beispiel noch seine Eltern hat.

00:30:51: Also wenn ich eine Mutter oder einen Vater sehe oder die um ihr eigenes Kind trauert dann geht's mir nah und dann kann ich auch nicht viel sagen weil... Ich hab keine Kinder.

00:31:05: Aber es ist für mich der größte Schmerz, wenn man sich vorsteigen

00:31:08: kann

00:31:08: und mir fällt dann nichts ein was ich da sagen kann, was helfen könnte.

00:31:13: Sonst

00:31:14: kam ...

00:31:14: weiß nicht... Also das ist ja auch unser Job irgendwie zu trösten

00:31:17: und eine

00:31:18: Stütze zu sein.

00:31:19: aber da bin ich ganz ehrlich, da weiß ich noch nicht wie ich da etwas tun

00:31:23: kann.

00:31:24: Ja, ich habe da mal einen Seelsorger erlebt, der gesagt hat, dass Aushalten in der untröstlichen Situation an sich schon der Trost?

00:31:30: Ja, das stimmt!

00:31:34: Hat die Beschäftigung jetzt hier und auch mit dem Tod etwas verändert, was euer eigenes... ...eure eigene Beziehung zum Tod oder zum Sterben angeht?

00:31:44: Macht man sich dann auf einmal andere Gedanken, die vielleicht andere junge Menschen in eurem Alter sich nie machen würden.

00:31:51: Oder seid ihr da noch so unbeschwert, dass sie sagen Mensch das ist irgendwie das Leben.

00:31:54: oder hat sich schon was verändert durch diese Tätigkeit bei euch?

00:31:59: Das denken über den Tod selber nicht weil da habe ich schon prinzipiell wenig darüber nachgedacht Ich nicht weiß, was nach dem Tod ist.

00:32:05: Das heißt ich beschäftige mich damit einfach nicht eher die Sicht auf das Sterben.

00:32:11: Ich finde es irgendwie wichtig, dass zu unterscheiden.

00:32:14: also reden wir jetzt vom Tod und von dem Zustand oder reden wir über diesen Prozess?

00:32:19: Und da muss sich sagen gibt mir das eher Hoffnung weil ich jetzt einfach weiß wie viel man eigentlich tun kann und wieviel ich jetzt auch tun kann sollte es meine Familie betreffen wen auch immer in meinem Umfeld.

00:32:35: Also nimmt mir das eher die Angst und das versuche ich auch aktiv nach außen zu tragen oder auch dieses, ja es ist einfach ein großes Tabuthema.

00:32:45: Total!

00:32:45: Und das sehe ich zum Beispiel auch bei manchen meiner Großeltern und ich versuch da jetzt schon irgendwie immer mal wieder ein bisschen mehr aktive Gespräche darüber zu führen um diese Angst zu nehmen dass nur weil man über den Tod redet der Tod schneller kommt.

00:33:02: Im Vergleich zu anderen in meinem Alter weiß ich es tatsächlich gar nicht.

00:33:05: Ich glaube schon, da hattest du ja vorhin gesagt, dass als du jung warst, dir da weniger Gedanken

00:33:11: drüber gemacht

00:33:11: hast?

00:33:12: Ja!

00:33:12: Ich weiss nicht ob das heutzutage immer noch so ist.

00:33:15: Alleine durch Social Media was man da jeden Tag sieht, was heute in der Welt abgeht, glaub ich, ist der Tod dann doch auch bei jungen Menschen präsenter geworden... Aber ja, ich rede da jetzt mit meinen Freunden nicht genug drüber um da jetzt irgendwie einen großen Unterschied oder zu meinem Denken und zu deren Denken irgendwie ziehen zu können.

00:33:36: Das einzige was ich jedem sagen kann ist dass ich finde das Konstrukt Hospiz an sich noch relativ unbekanntes.

00:33:43: Da stelle ich auch wieder fest.

00:33:44: Viele

00:33:45: in meinem Alter haben es erstmal mit Krankenhausgleich gestellt wo ich da erst mal gesagt habe nee, nicht ganz überhaupt nicht eigentlich.

00:33:54: aber...

00:33:56: Hat sich bei dir irgendwas verändert, Anka?

00:33:58: Die eigene Einstellung oder...

00:34:01: Ich glaube dieses Wissen gibt mir eine gewisse Sicherheit.

00:34:05: Dieses Wissen wie es ablaufen kann oder auch nicht.

00:34:08: Es ist nicht wirklich Wissen aber zumindest zu sehen was für verschiedene Wege es gibt überhaupt und es gibt nicht nur dieses A und dann verschorben und fertig sondern es gibt so viele unterschiedliche Reisen die man da antritt und das ist so individuelles.

00:34:25: Also da schließe ich mich an, dass man einfach weiß was man überhaupt noch machen kann.

00:34:30: Und dass man eigentlich auch in Situationen so viel für die Menschen machen kann.

00:34:37: das tut gut zu wissen und es ist ganz schön.

00:34:44: Ich rede soviel öfters über den Tod selbst mit meinen Angehörigen, ja mit meinen Bekannten einfach ganz bewusst.

00:34:53: Weil das so ein wichtiges Thema ist und ich finde es interessant zu sehen auf wie viele unterschiedliche Reaktionen ich da treffe.

00:35:00: Das ist sehr, sehr, Sehr verschieden von aufgeklärt und ganz freuch darüber zu reden oder zumindest eine Meinung haben und viele dir denen aber auch sagen Da würde ich überhaupt nicht drüber nachdenken und das gibt's nicht.

00:35:14: Aber...

00:35:16: breite, spannende...

00:35:18: eine

00:35:19: große Spannbreite.

00:35:23: Ein Reaktionenraff.

00:35:24: ist das interessant dabei?

00:35:26: Ja also ich erlebte es auch weil ich auch aus Piz Helferin bin und ich glaube es darf ja auch ein Mensch hat der auch das Recht zu sagen Ich möchte mich nicht damit beschäftigen mit dem Thema Was ich jetzt feststelle, da wird mich interessieren ob euch das auch so geht.

00:35:39: Diese ganze Diskussion die er jetzt über den assistierten Suizid aufgekommen ist kriege ich immer mehr mit dass Leute auch sagen naja gut aber ich muss am Schluss das auch gar nicht aushalten oder alles gar nicht mitmachen.

00:35:50: es geht ja jetzt auch die Möglichkeit.

00:35:52: Ist das etwas was euch begegnet sei's hier im Hospiz?

00:35:55: Oder auch im Privaten?

00:35:56: Oder ist das noch kein Thema dieses?

00:35:59: Ich mach selber Schluss wenn ich der Meinung bin da ist das Leben für mich nicht mehr lebenswert weil wir erleben ja hier im hospice oft dass es dann noch sehr lebenswert sein kann, wenn die Unterstützung auch entsprechend da ist.

00:36:11: Also ich habe schon eher mit Freunden, die jetzt auch in der Pflege arbeiten oder zumindest im medizinischen Bereich sind, die Kontakt haben mit Menschen, die versterben wo es sehr... Oder Leidensweg einfach sehr groß ist und sie sagen so möchte ich das bei mir nicht und ich möchte lieber, dass es sofort zu Ende geht und fertig und ich will diesen Leidenzweg davor nicht.

00:36:32: Einfach mal man so viel mitbekommt und so viele Wege gesehen hat Und das sehe ich sehr vermehrt, dass man sagt okay, ich möchte da stoppen.

00:36:43: Konkret jetzt wirklich mit... Also wirklich konkrete Pläne sind dann nichts.

00:36:50: aber so zumindest die da wünscht, dass Man sagt okay Ich Möchte Es Dann Selbst In Die Hand Nehmen Können und Sagen Ich möchte Jetzt Ein Ende Dem Setzen und Nicht Diesen Leidensweg Gehen Den man So Oft Mitbekommen Hat und Begleitet hat.

00:37:04: Ja Das ist Eigentlich Eine Also eine Sicht, die kann ich sehr gut nachvollziehen.

00:37:08: Und da hilft es mir hier zu sehen was man auch noch alles Gutes tun kann und wie schön auch dieser Weg noch sein kann.

00:37:14: aber das ist natürlich nie garantiert.

00:37:17: Wir wissen nicht wie's bei einem selber irgendwann kommt oder?

00:37:19: Ja

00:37:19: weiß mal nie.

00:37:22: Claire bist du konfrontiert worden mit dem Thema schon?

00:37:26: Tatsächlich ja.

00:37:27: also auch hier im Hospiz von Bewohnern die halt meinten, dass sie sich wünschen würden einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen am nächsten Tag.

00:37:40: Und ob ich nicht doch vielleicht was geben könnte, womit es dann schneller geht oder auch von tatsächlich Angehörigen, die mich gefragt haben, ob ich denn nicht etwas geben könnte um das Leid schneller zu beenden?

00:37:55: Was ich natürlich nicht kann und nicht will und nicht werde... Wir machen das hier auch nicht!

00:38:01: Das ist ein assistiertem Suizid.

00:38:04: Aber es sagt einfach sehr viel über die Situation des Menschen dann aus, je nachdem von welchem Schmerz wir jetzt reden sei

00:38:14: es diese

00:38:15: psychische oder der physische, das spirituelle und oft ist es ja so möchte ich nicht leben.

00:38:22: D.h.,

00:38:24: die Situation ist nicht auszuhalten

00:38:27: und

00:38:27: dann versuchen wir die Situation zu ändern, dass ich meine ja die komplette Lebensfreude zurückbringen.

00:38:36: Das ist jetzt nicht das Ziel

00:38:38: aber

00:38:38: eben unser großes Ziel, die Lebensqualität zu bewahren aufrechtzuerhalten oder zu verbessern damit der Mensch vielleicht sowas dann nicht mehr sagt

00:38:49: oder

00:38:49: Momente hat in den Ersakten.

00:38:51: Jetzt lohnt es sich doch und das letzte Mal im Garten war schön, oder eine leckere Kugel Eis oder ich weiß es nicht was uns dann halt einfällt in dem Moment.

00:39:02: Genau!

00:39:03: Das heißt ihr versucht da auch kreativ zu sein?

00:39:05: Was könnte jetzt vielleicht hilfreich sein für den Menschen?

00:39:08: Ja es gibt hier irgendwie keine Grenzen sage ich jetzt mal nicht aber sehr wenig Grenzen.

00:39:14: Auch das ist eine Sache, die ich so wertschätze in dem Team.

00:39:18: Dass wir uns gegenseitig auch Unterstützung von Kollegen einholen und Ideen sammeln.

00:39:27: Egal wie will sie sind – wir bieten Sie an!

00:39:30: Wir probieren sie umzusetzen... Oft ist es wirklich, also das habe ich hier wirklich gemerkt.

00:39:36: Wir haben hier einen sehr schönen Garten,

00:39:38: weil jetzt fängt

00:39:39: er an zu blühen und ich freue mich schon sehr auf den Sommer und die Bewohner.

00:39:43: im Bett rausfahren zu können finde ich so toll dass sie einfach noch mal diese Sonne spüren

00:39:48: und

00:39:49: man sieht diese Freude im Gesicht.

00:39:52: und ja, es sind oft Kleinigkeiten, die aber irgendwie dann viel ändern und verbessern können und da werden wir kreativ.

00:40:02: wollen wir auch von den Bewohnern immer wieder hören, ja fällt ihnen noch was ein.

00:40:07: Was mögen sie denn gerne?

00:40:08: Was riechen Sie dann gerne?

00:40:10: Worüber sprechen Sie gerne?

00:40:12: Ich weiß es nicht.

00:40:13: Manche sind ja oft zurückhaltend, wo wir sagen ne-ne-ne kommen Sie ruhig

00:40:16: mit

00:40:17: Ihrem sie nennenes Anforderungen wie Nennenswünsche.

00:40:21: erzählen Sie mir bitte alles und dann tun wir unser Bestes das irgendwie umzusetzen und für Sie möglich zu machen.

00:40:28: Schön!

00:40:29: Jetzt würde mich vor allem noch interessieren, ob ihr es auch erlebt habt dass jemand in eurer Gegenwart gestorben ist.

00:40:34: Also der Tod ist ja für euch etwas was alltäglich ist.

00:40:38: Wir wissen hier im Hospiz brennt die Kerze vor den Zimmern wenn jemand verstorben isst.

00:40:41: das kennt ihr dann vielleicht auch wenn ihr in die nächste Schicht kommt und dann brennet sie auf einmal die Kerzen.

00:40:45: aber wart ihr auch schon mal dabei wenn jemand wirklich seinen letzten Atemzug getan

00:40:50: hat?

00:40:51: Jetzt ein paar Mal also ich bin handvoll von Und ja dieser Moment in den auch abzupassen und das ist so eine so eine Ehre dabei zu sein.

00:41:04: Ich finde es unglaublich, diesen Moment dann zu merken.

00:41:07: okay jetzt ist es soweit und manchmal ist es auch losgelöst durch unterschiedliche Unterfragen.

00:41:15: ich hatte zum Beispiel einmal einen Bewohner bei der Gesichtspflege dann merkbar ruhig geworden ist und dann auch seinen letzten Atem zugenommen hat Und sowas hat mich dann schon sehr berührt.

00:41:27: Weil es einfach, wenn man weiß nie wo durchs losgelöst ist aber diesen Moment genau damit abzupassen das fand ich ganz besonders und ich finde das so eine unglaubliche Ehre.

00:41:37: Ich hatte mal doch die Ausbildung durfte ich mal bei einer Sektion mit dabei sein und so wirklich diesen ersten Atemzug mitbekommen bei einem Menschen und im Gegenzug dann dafür auch den letzten mitzubekommen, finde ich unglaublich.

00:41:53: Das sind sehr intime Momente, die jeder Mensch nur einmal durchlebt.

00:41:59: Hast du es auch schon erlebt, erklär diesen letzten Atemzug?

00:42:02: Ja tatsächlich schon in unterschiedlichen Situationen einmal sogar mit Anker zusammen, muss man sagen, bei einem Bewohnern und ich kann mich da nur anschließen... Es ist schwierig, dieses Gefühl in Worte zu fassen.

00:42:18: Ich hatte da auch eine unglaublich schöne Betreuung von einer Dame mit der ich mich sehr gut verstanden habe weil die aus der gleichen Region kam wie meine Mutter.

00:42:29: Glatbacherin und Glatbach Fan haben uns super verstanden Und ich war bei ihrem letzten Atemzug dabei Mit der Schwester Und ich hab gemerkt dass es jetzt so weit ist Und die Schwester hat es auch gemerkt, ich habe mich gefragt ob ich mich dazu setzen kann.

00:42:45: Sie saß schon am Bett und sie hat zugestimmt und dann saßen wir gemeinsam haben die Hand gehalten und waren beim letzten Atemzug dabei.

00:42:56: Sie hatte auch die Waschung mitgemacht.

00:42:59: danach ... muss ich sagen, bis jetzt einer meiner besondersten Begleitungen.

00:43:06: Und das glaube ich werde ich nie vergessen.

00:43:09: Das war einmalig und auch da war wieder diese Mischung aus Schmerz... ...und ja irgendwie aber trotzdem positiven Gefühlen.

00:43:19: Und ihr Danke oder ihr, das hat mir geholfen,...

00:43:22: ...das ist unbeschreiblich

00:43:24: für mich gewesen, das zu hören,... Ja, schwerer Moment.

00:43:30: Eben diese Stütze bieten konnte

00:43:32: oder

00:43:32: sein konnte und deswegen ja einzigartig.

00:43:38: Jetzt ist in der Diskussion der Pflegeberuf wo man sagt wir bräuchten viel mehr Leute die noch in die Pflege gehen und viele sagen nie das ist eine harte Arbeit.

00:43:47: wenn ihr jetzt so ne Lanze brechen müsst für den Pflegeberuf Ihr seid jung habt diesen Beruf gewählt was ist das Tolle an der Pfleger?

00:43:57: Das ist eine große Frage.

00:44:01: Ich glaube, das muss man für sich selbst fühlen und zu sagen mir tut es gut mich da wirklich einzusetzen.

00:44:11: Mir selbst tut es Gut anderen was Gutes zu tun.

00:44:15: also man muss schon Man muss viel von sich geben Und man muss jeden tag geben und man muss zu egal welchem zustand etwas geben und Man muss immer da sein und dass ist nicht einfach.

00:44:26: aber wenn man Für Sich weiß okay hinzukommen zu sagen ich habe jetzt, ich gebe mein bestes und ich gebe so viel von mir in der Hoffnung dass das anderen Menschen gut tut dann tut es mir auch

00:44:38: gut.

00:44:39: Und wenn man für sich sagt okay so ist es, dann finde ich es ist so wunderschön und kann es so bereichern sein dann kann man sich selbst auch so glücklich machen, indem man sagt okay jetzt habe ich es geschafft irgendwie weiß nicht beim Musikhören, beim Pflegen großes Lachen auszulösen und zu sagen okay das war jetzt so toll und hat so viel Spaß gemacht.

00:45:01: Und dann geht's einem selbst gleich viel besser!

00:45:04: Das kann so bereichernd sein oder so toll sein.

00:45:06: Kann Uli nach Hause gehen und sagen wow was man geschafft hat ist... beeindruckend und toll.

00:45:13: Die Zuhörer sehen es nicht, aber du strahlst richtig!

00:45:17: Wenn du von diesem Beruf sprichst, ist das schön zu sehen.

00:45:21: Claire wie ist es bei dir?

00:45:22: Was ist das Tolle an dem Beruf den Du gewählt hast für dich?

00:45:28: Ich versuche jetzt auch mal so enthusiastisch zu sein.

00:45:30: Das fällt mir meiner Stimmlage immer ein bisschen schwierig, aber ich strahle hoffentlich auch so.

00:45:35: Es gibt sehr viel.

00:45:36: Ich könnte mich glaube gar nicht auf eines beschränken weil ich diesen Wenn die Struktur drum herum passt und ich spreche jetzt ganz groß vom Personalmangel, wenn der Personalschlüssel gut ist und man Zeit hat für die Leute dann ist es ein wundervoller Beruf.

00:45:58: Und ich schließe mich dem an was Anker schon gesagt hat mit diesem Man kriegt etwas zurück.

00:46:03: Wir kriegen jeden Tag oder ich kriege jeden Tag sehr viel zurück Was mich einfach glücklich macht.

00:46:10: Ich glaube, man muss für diesen Beruf geschaffen sein.

00:46:13: Aber so wie für jeden Beruf.

00:46:15: also meine Horrorvorstellung ist irgendein Bürojob.

00:46:18: acht Stunden sitzen ich könnte das niemals egal wie viel Geld man mir geben würde und ich glaube es würde viel mehr Menschen geben die hier Freude haben aber eben ja vielleicht Angst sei es weil sie diese Geschichten hören von Personalmangel ich auch ganz oft die Angst mit Ich sag das einfach mal so Ausscheidungen zum Beispiel.

00:46:39: Das könnte ich nicht, das finde ich total eklig und ich bin ganz ehrlich früher habe ich auch so

00:46:44: gedacht.

00:46:45: Ich hätte auch nie gedacht mit, weiß es nicht, so zwei jetzt nicht mehr Kindheitstraum in die Pflege zu gehen weil ich da auch gedacht hätte, das ist ja ganz schlimm.

00:46:54: Es hat mich nie interessiert von Anfang an.

00:46:56: Es ist das erste Mal gesehen und dann habe ich gesagt okay macht überhaupt nichts.

00:47:02: Und ja, es ist einfach schön.

00:47:05: Im Team arbeiten das schön.

00:47:06: Sich gegenseitig helfen zu können ist schön.

00:47:08: Es ist unglaublich interessant.

00:47:10: Der medizinische

00:47:11: Teil der menschliche Teil des psychologischen dahinter

00:47:15: Die Vielschichtigkeit höre ich raus, also das ist wirklich sehr vielschichtig.

00:47:19: Aber ich finde dieses Thema ekel schon spannend.

00:47:21: Ich meine es sind ja hier auch Menschen mit Erkrankungen und mit Tumorerkrankungen die vielleicht irgendwie offen sind oder so.

00:47:26: Also da muss man ja schon noch mal sagen Da gibt's Gerüche Da gibts vielleicht auch optisch manchmal Sachen die fordern sind Also bestimmt für jeden Wie geht ihr damit um, wenn ihr da in so fordernde Situationen kommt?

00:47:38: Seht ihr den Menschen eher im Vordergrund?

00:47:41: oder was hilft euch dann?

00:47:42: vielleicht über diesen kurzen Moment wo man vielleicht mal ja sei es erschrickt ein äußeres oder einen Geruch wie kann man damit klarkommen?

00:47:51: lernt man das.

00:47:52: Oder was hilft Euch dabei?

00:47:55: also ich kann jetzt nur für mich sprechen obwohl ich das Phänomen auch schon bei anderen gesehen habe ist dass jeder eine Schwachstelle hat So ein Secret, wo man sagt, das geht gar nicht.

00:48:09: Ich erzähle jetzt mal frei von der Leber.

00:48:11: Bei mir ich habe mit überhaupt nichts ein Problem außer wirklich irgendwie mit dickflüssigem Sputum

00:48:18: oder beim

00:48:19: Kindereinsatz hatte ich damit Probleme.

00:48:21: alles was aus der Nase kommt.

00:48:23: Da

00:48:25: muss

00:48:25: sich wirklich wirken und es ist etwas was ich auch nicht abstellen kann.

00:48:29: Was hilft ist zum einen die Transparenz, also ehrlich sein.

00:48:34: Natürlich sehr respektvoll

00:48:36: aber

00:48:36: man muss seine eigenen Grenzen kennen und wichtig zu sagen wir haben auch das Recht die einzuhalten.

00:48:42: Wir gehen ja auch immer vorbereitet in solche Situationen eben durch Übergaben, durch Gespräche

00:48:48: mit Kollegen.

00:48:48: wissen wir schon okay der Bewohner hat jetzt vielleicht das oder hat das.

00:48:53: dann können wir auch offen sagen wenn ich jetzt mit Anker Dienst habe, hey du damit komme ich irgendwie kann nicht oder hab ich Schwierigkeiten mit.

00:49:01: könntest du das vielleicht machen und sie es übernehmen kann oder möchte dann kann man sich die Arbeit ja auch so aufteilen.

00:49:08: Und ja sonst macht man halt Pausen oder

00:49:12: man

00:49:12: zieht sich mal einen Mundschutz an.

00:49:14: aber ich habe das tatsächlich selten außer eben bei bereits erwähnten Sachen und da habe tatkräftig Unterstützung von meinen Kollegen bekommen und konnte dann so die Situation gut händeln.

00:49:30: Ja, ich glaube das sind halt persönliche Grenzen, die muss man kennen?

00:49:33: Ja wir sind alles nur Menschen.

00:49:35: Eben muss ich auch sagen.

00:49:36: Anka hast du auch eine Grenze wo du sagst da geht es für mich nicht!

00:49:41: Also ich habe auch so mein meines Dingen was ich nicht kann... Das sind wirklich vaginale Blutungen, ich weiß nicht warum.

00:49:48: Aber auch als Frau kann ich die nicht.

00:49:51: Ja gut ist so.

00:49:51: Irgendwie

00:49:52: ist das einfach bei mir so... ...das geht nicht und alles andere ist eigentlich soweit okay.

00:49:56: es ist irgendwie in meinem Kopf ist immer noch diese für den Menschen ist es am schlimmsten der Mensch der das aushalten muss und der selbst hat Und das hilft mir zu sagen ok und dann ist es für mich auch in Ordnung und wenn er es schafft oder also wenn die Person das schafft dann kann ich damit auch mit Und dann ist das okay.

00:50:14: Dann ist mehr dieses zu zeigen, dass es in Ordnung ist und auch wenn's Sachen sind die natürlich eklig sind weil sie halt einfach ekelig sind.

00:50:25: Die sind da und man muss damit arbeiten und dann überspielt man das, versuche das irgendwie für die Person besser zu machen und so ist das dann

00:50:34: ok.

00:50:35: Wie ist das?

00:50:35: Das?

00:50:35: jetzt würde mich noch interessieren, wenn man jetzt einfach... Es gibt ja auch Herausforderungen Es gibt ja einfach auch Menschen, die so von ihrer Persönlichkeit sei es aggressiv sehr fordernd.

00:50:45: Sehr, sehr klagend!

00:50:47: Wie geht man denn damit?

00:50:48: Und weil das stelle ich mir auch nicht so ganz einfach

00:50:50: vor.

00:50:52: Ja, einfach ist das auch sicher nichts.

00:50:54: Da muss man wirklich für sich Ruhe behalten und sagen... Also man muss diese Abgrenzung von, dass ist mein Beruf und das bin ich haben.

00:51:05: Und in dem Beruf muss man für jeden da sein weil die Personen deswegen hier sind und ihr habt einen Recht darauf gepflegt zu werden und die gleiche Fürsorge zu bekommen wie jeder andere auch.

00:51:17: Dann muss man aber auch sich selbst bewahren und sagen, für mich passt es nicht Ich kann einfach mit dieser Person nicht und sich dann einfach rausnehmen können Sei es nur für ein paar Minuten, nur für einen Moment oder auch zu sagen ich kann in dieses Zimmer nicht reingehen.

00:51:33: Ist das okay wenn du das machst?

00:51:35: Und da muss man eben auf die Unterstützung im Team setzen und die ist hier zum Glück sehr gegeben.

00:51:41: Man hat immer die Möglichkeit zu sagen Es ist überschreitende Grenze für mich selbst und ich kann einfach mit dieser Person Ich kann nicht professionell bleiben, ich kann nicht geben.

00:51:51: Deswegen kann ich auch dann nicht in dieses Zimmer rein gehen und man kann das in einem Team gut ausmachen wird man hier finde ich sehr, sehr unterstützt.

00:51:59: Also das Teamhörig raus ist wichtig was auch wichtig ist sich selber gut kennen?

00:52:04: Wo sind die eigenen Grenzen?

00:52:06: und da würde mich zum Abschluss interessieren wie schafft ihr für euch Ausgleich?

00:52:09: Wo tankt ihr eure Kraft in der Freizeit?

00:52:14: Unterschiedlich bei mir also Ich treffe mich gerne mit Freunden und Menschen und versuche einfach so ... die Arbeit abzuschalten und einfach mal woanders mit einzutauchen.

00:52:26: Ich lese sehr gerne, taucht dann so in meine andere Realität ein, wo es einfach nichts anderes gibt... Und Musik ist bei mir!

00:52:32: Wenn ich Musik anschalte, dann...

00:52:34: Oh mein Gott!

00:52:35: Alles vergessen

00:52:36: sind jetzt meine gute

00:52:37: Laune!

00:52:37: Sehr

00:52:38: gut!

00:52:39: Das ist dann echt.

00:52:40: aber ich glaube, ich kann da ganz gut abschalten.

00:52:43: Es begleitet mich immer noch in meinem Alltag immer wieder die Arbeit oder auch Situationen, die ich da erlebt habe.

00:52:48: Aber nicht dass sich sagt, ich denke die Hand sei daran.

00:52:52: Ich weiß, was ich dann tun muss um meinen Kopf da mal kurz.

00:52:54: Sehr gut.

00:52:55: Pausa zu drücken.

00:52:56: Claire wo sind deine Kraftquellen?

00:52:58: Ich habe gehofft Anke redet länger und hab schon ganz angestrengt überlegt.

00:53:03: Also zum einen... ...ich brauche es nicht wirklich weil wenn ich im Privaten bin.. ..dann denke ich wenig an die Arbeit oder wenn dann denke ich an schöne Momente und dann die denke ich auch gerne im privaten.

00:53:16: das ist für mich völlig in Ordnung.

00:53:19: Ich persönlich mag gern Sport.

00:53:22: Da merke ich auch, dass es mir gut tut nicht nur in Bezug auf die Arbeit sondern

00:53:25: generell.

00:53:27: Dass mir das einfach viel Kraft gibt – wortwörtlich!

00:53:32: Und ja Freunde sehen, Zeit mit der Familie verbringen... Ich freue mich schon sehr auf den Sommer muss ich sagen, wenn die See-Saison wieder

00:53:40: losgeht

00:53:41: und Urlaube würde ich sagen.

00:53:43: Einfach mal Städte bereisen.

00:53:45: Immer wichtig?

00:53:46: Ja, auf jeden Fall.

00:53:49: Vielen Dank, vor allem für eure Offenheit.

00:53:51: Auch die Themen anzusprechen wo man sich sagt war ja ist vielleicht auch ein bisschen eklig sage ich mal aber ich glaube das ist das was die Zuhörer und Zuhöhrer gerade wenn es jetzt auch jüngere Leute sind interessiert dass man offen über alle Themen spricht.

00:54:02: so habe ich euch heute erlebt.

00:54:04: also begeistert würde Beruf offen für meine Fragen und deswegen ganz herzlichen Dank Danke.

00:54:10: auch

00:54:10: Dankeschön

00:54:12: Ja, liebe Hörerinnen und Hörern!

00:54:13: Das war mein Gespräch mit Anka and Claire.

00:54:16: Die ihnen so einen wunderbaren und ehrlichen Einblick in ihre Arbeit geschenkt haben.

00:54:21: Und wie Sie es im Gespräch auch gehört haben, haben die beiden ihren Weg in diesen Beruf über das freiwillige soziale Jahr gefunden.

00:54:29: Vielleicht kennen sie auch einen jungen Menschen in ihrem Familien- oder Bekanntenkreis der noch ein bisschen nach Orientierung, nach beruflicher Orientierung sucht?

00:54:41: freiwilliges soziales Jahr oder ein bundesfreiwilligen Dienst, auch eine Möglichkeit für ihn oder für sie.

00:54:49: Ja wir bieten als Christophorus Hospiz diese Möglichkeit an und wenn Sie es interessiert dann schauen Sie doch mal auf unserer Homepage vorbei unter www.chv.org.

00:55:00: Dort gibt es einen Reiter, Stellenangebote und dort finden Sie alle wichtigen Informationen.

00:55:06: Ich bedanke mich ganz herzlich fürs Zuhören, ich hoffe wir hören uns bei der nächsten Folge von Sterbewelten wieder.

00:55:12: Machen Sie es gut bis dahin und auf Wiederhören Ihre Stefanie Wossilos!

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